Zsc lions stehen vor dem sweep – andrighettos crash droht den traum zu trüben

Die ZSC Lions sind einen Schritt vom perfekten Playoff-Auftakt entfernt. Spiel 3 endete mit einem 4:2, die Serie steht 3:0. Doch die Freude wird getrübt: Sven Andrighetto, Topscorer und Motor des Teams, musste nach einem brutalen Check gegen den Kopf ausgewechselt werden. Seine Verletzung könnte die komplette Serie umschreiben.

Der moment, als die stimmung kippte

58:12 Minuten auf der Uhr, zweites Drittel. Rudolfs Balcers und Andrighetto jagen die Scheibe in der neutralen Zone. Beide blicken nach oben, beide verpassen den Gegner. Die Kollision ist nichts weniger als ein Frontalcrash. Andrighetto bleibt liegen, die Halle verstummt. Eine Weile. Dann der Pfiff der Schiedsrichter, dann das Brummen der Kabine, dann das klatschende Publikum – aber leise. Balcers bleibt sitzen, schüttelt den Kopf, steht auf. Andrighetto nicht.

Die erste Diagnose: „Verdacht auf Gehirnerschütterung“, heißt es aus dem ZSC-Lager. Kein Spieler, kein Coach, kein Manager will das Wort „Aus“ in den Mund nehmen. Aber die Körpersprache verrät sie alle. Marco Bayer, der Trainer, beißt sich auf die Lippe. Die Wahrheit: Ohne Andrighetto wird dieses Team langsamer, kreativitätsärmer, verwundbarer.

Warum dieser ausfall mehr wiegt als ein spiel

Warum dieser ausfall mehr wiegt als ein spiel

Andrighetto ist nicht irgendein Stürmer. Er ist der Spieler, der in dieser Serie bereits fünf Scorerpunkte gesammelt hat. Er ist derjenige, der in Powerplays die Scheibe durch die Boxen trägt, als wäre das Eis nur für ihn gemacht. Ohne ihn sinkt die Powerplay-Quote der Lions von 28 % auf 11 % – das zeigt die Statistik der Saison. Und jetzt?

Die Gegner vom HC Davos haben bereits angekündigt, dass sie «den Druck erhöhen» wollen. Sprich: Sie werden die Lücken ausnutzen, die Andrighettos Ausfall reißt. Die Lions müssen umdenken. Bayer wird wohl Denis Malgin stärker in die Top-Linie ziehen, Justin Sigrist bekommt mehr Eiszeit. Aber das ist ein Notplan, kein Masterplan.

Die Fans feierten nach dem Ende des Spiels trotzdem. 3:0 ist 3:0. Aber selbst in den Logen ist das Gesprächsthema klar: „Wenn Sven ausfällt, wird das ein anderer Kampf.“

Die nächsten 48 Stunden entscheiden über die Saison der ZSC Lions. Nicht nur, ob sie den Sweep schaffen. Sondern ob sie es ohne ihren besten Mann schaffen. Die Liga hat den nächsten Prüfstand bereits angekündigt: Spiel 4 am Freitag. Und die Frage ist nicht mehr, ob die Lions gewinnen können. Sondern: Ob sie überhaupt noch die komplette Mannschaft aufs Eis bringen.