Mbappé entlarvt madrid-lücke: „mit beiden knien topfit – das verdanke ich auch meinem klub“

Kylian Mbappé wartet mit einem Seitenhieb auf die Medien und seine medizinische Vertragsgegner ab. „Die Info, man habe das falsche Knie untersucht, stimmt nicht. Vielleicht bin ich indirekt selbst schuld. Wenn Kommunikation ausbleibt, füttern sich alle am Gerücht“, sagte der französische Kapitel zwei Tage vor dem Prestige-Duell gegen Brasilien. Der 25-Jährige bestätigt damit brisante RMC- und MARCA-Meldungen nur halb – und liefert eine Version, die beim Real Madrid für Stirnrunzeln sorgen dürfte.

Mbappé spricht von „verkürztem“ dezember-check und überraschender belastungssteuerung

Der Kniefall begann im Winter. Nach einer Prellung Mitte Dezember lief Mbappé nur noch auf Sparflamme, die Trefferquote sank, Sprintwerte brachen ein. Intern soll die medizinische Abteilung laut spanischen Quellen ein MRT des linken statt des rechten Gelenks veranlasst haben – ein Fehler, den der Stürmer nun dementiert, ohne die Kommunikationskette freizusprechen. „Wenn man mich fragt, ob ich die Untersuchung damals ausreichend fand: Nein. Aber ich bin kein Arzt, ich bin Fußballer“, wirft er ein.

Die Folge: Mbappé spielte bis Mitte Januar mit Schmerzen, verpasste zwei Liga-Spiele, schwächelte in der Champions-League-Gruppenphase. Erst nach erneuten Tests und einer Belastungsreduktion sei die Entzündung ausgestanden. „Jetzt spüre ich endlich wieder Druck auf beiden Knien – und das ist positiv gemeint“, scherzt er. Die Aussage klingt wie ein Dank, gleichzeitig wie ein Vorwurf an die Blancos, die angeblich erst nachfragten, als die Leistungskurve abrutschte.

Startelf-ansage statt schonung: „ich bin bereit, 90 minuten zu geben“

Startelf-ansage statt schonung: „ich bin bereit, 90 minuten zu geben“

Didier Deschamps wird die Minute nutzen, um sein Traum-Trio Mbappé – Griezmann – Olise erstmals seit November zu testen. „Ich will von Anfang an auf dem Platz stehen, Brasilien ist mehr als ein Freundschaftsspiel. Die Fans erwarten Sommervorstellung, wir liefern K.o.-Mentalität“, so Mbappé. Dabei schwärmt er von Michael Olise, dessen Vorstoß beim FC Bayern ihn beeindruckt: „Er zieht die Linien auseinander wie ein Geodreieck. Wenn er fit ist, haben wir noch eine zusätzliche Dimension.“

Die Nummer zehn der Équipe trifft damit auch einen Nerv beim Rekordmeister. München beobachtet Olise intensiv, Madrid wiederum beobachtet München – und alle beobachten Mbappés Knie. Die Ironie: Gerade weil der Star selbst aufklärt, wird die Versuchung größer, Hintergrund-Geschichten weiter zu spinnen.

Die Zahlen sprechen trotzdem für sich. Vor der Verletzungspause: 14 Pflichtspiel-Tore in 17 Einsätzen. Danach: fünf Treffer in zwölf Partien, Laufdistanz minus acht Prozent, Sprintduelle gewonnen nur noch 42 %. Seit der Rückrunde ist der Wert wieder bei 61 %. „Die Physios sagen, ich bin auf 93 %, aber das reicht mir. In meinem Kopf bin ich bei 120 %“, lacht er.

Frankreich trifft auf einen fünfmaligen Weltmeister, der ohne Neymar und mit neuer Generation um Endrick und Savio anreist. Brasilien-Coach Dorival Júnior plant offenbar Manndeckung auf Mbappé – ein Kompliment mit Folgen. „Wenn sie zwei Spieler auf mich werfen, macht das Räume für Ousmane, für Randal, für Kingsley. Dann müssen wir sie bestrafen“, warnt er.

Abpfiff in Lyon, dann zählt nur noch die Befindlichkeit seiner Knie. Mbappé will die Geschichte ad acta legen, doch der Klub, den er demnächst offiziell verlässt, wird die Protokolle studieren. Denn wenn ein Spieler um 180 Millionen Euro Ablöse selbst von „indirekter Verantwortung“ spricht, ist das mehr als ein Stolperdraht – es ist ein Signal an jeden europäischen Top-Arzt, dass die nächste Untersuchung akribischer verlaufen muss.

Madrid schweigt bislang. Aber die nächste MRT-Röhre dürfte pünktlich sein.