Wawrinka kehrt nach sieben jahren zurück – genf wird zur letzten romandie-revanche

Stan Wawrinka wird die Geneva Open wieder aufmischen. Nach 2 555 Tagen Zwangspause melet sich der drei Grand-Slam-Sieger in die Hallen des Tennis Club de Genèvezurück – und das, obwohl er nach dieser Saison den Schlüsselbund an den Nagel hängt.

Der 40-jährige holt sich seine alte liebe noch einmal vor

Der 40-jährige holt sich seine alte liebe noch einmal vor

2017 stand er ganz oben auf dem Podest, nahm den silbernen Pokal entgegen, als wäre es das Normalste der Welt. Dann kam nichts. Kein Match, kein Auftritt, nur Schweigen. Sieben Jahre lang blieb Genf ohne seinen lokalen Helden. Nun, da die Karriere ihrem finalen Satz entgegensteuert, kehrt Wawrinka zurück auf die Plätze, auf denen er einst seine Backhand wie eine Guillotine fallen ließ.

Die Organisatoren bestätigten seinen Wildcard-Einsatz Ende Mai, nur Tage vor den French Open. Für die Fans ein Geschenk, für den Spieler selbst eine Art letzte Runde Ehrenrunde. Er wird nicht nur als Champion von 2014 und 2017 in Erinnerung bleiben, sondern auch als jener Typ, der selbst nach Kreuzband-OPs und Achillessehnen-Trips immer wieder auftauchte, um mit dem Schläger zu reden.

Die Geneva Open gelten als letzte Chance, ihn in der Westschweiz live zu sehen. Doch wer denkt, das war’s, irrt. Insider munkeln, dass Basel im Oktober seinen nächsten Stopp wird. Dort, in der St. Jakobshalle, wo einst Roger Federer die Herzen eroberte, soll Wawrinka seine letzten Heimspiele bestreiten. Zwei Stationen, ein letzter Kreis – und dann Schluss.

Die ATP-Weltrangliste listet ihn aktuell auf Platz 92. Keine Schande, aber auch kein Platz, der ihn für Grand Slams qualifiziert. Genf wird deshalb mehr als nur ein Turnier: Es ist seine Bühne, um sich ohne Druck zu verabschieden. Keine Punktejagd, keine Rechnungen mit der Zukunft. Nur noch einmal Aufschlag, noch einmal «Stan the Man»-Rufe, noch einmal diese unverkennbare Hüftrotation, die so viele Matches drehte.

Wer ein Ticket ergattert, kauft sich ein Stück Tennisgeschichte. Die Restkarten werden sich binnen Stunden in Luft auflösen. Und wenn das letzte Aufschlagspiel vorbei ist, bleibt die Erkenntnis: Manchmal kommt das Ende nicht mit einem Knall, sondern mit einem letzten Backhand-Winner mitten ins Herz der Romandie.