Panatta willigt ein: endlich schluss mit 1976

Adriano Panatta hat genug vom ewigen Tamtam um sein historisches Roland-Garros-Jahr 1976. „Können wir nicht einfach so tun, als hätte es 1976 nie gegeben?“ sagt der 73-Jährige im Interview mit dem Corriere della Sera. Bei den diesjährigen Internationali d’Italia wird er dem Sieger den Pokal überreichen – und hofft, dass es ein Italiener wird.

Die Federazione Italiana Tennis hat den letzten italienischen Champion von Rom eingeladen, genau 50 Jahre nach seinem Triumph. Panatta willigt ein, aber unter einer Bedingung: „Wenn Jannik Sinner gewinnt, können wir endlich mein 1976 beerdigen.“

Panatta lobt sinner und alcaraz – mit einschränkungen

Ohne Carlos Alcaraz im Feld sei Sinner klarer Favorit, meint Panatta. „Die Konkurrenz muss hoffen, dass er sich in Rom an Supplì und Mozzarella in Carrozza verdirbt – und dann auch noch in Paris.“ Doch der Rom-Held sieht die Dinge differenziert: „Wenn Alcaraz auf 100 % ist, hat er mehr Ideen. Auf Dauerlinie ist Sinner konstanter.“

Die Vorstellung, Sinner sei ein „Maschinenmensch“, weist Panatta zurück. „Er arbeitet jeden Tag an seinen Schwächen – das ist selten. Die meisten üben nur das, was sie schon können.“

Freiheit statt fernsteuerung – panatta versteht alcaraz

Freiheit statt fernsteuerung – panatta versteht alcaraz

Alcaraz’ Trennung von Juan Carlos Ferrero begrüßt Panatta. „Er wollte endlich selbst entscheiden. Ich war genauso – Freiheit geht über alles.“ Der Preis: ein paar Niederlagen mehr. „Aber das ist okay, wenn man sich selbst bleibt.“

Panatta selbst wird in Rom die Bühne betreten, die er 1976 eroberte. „Ich freue mich – wenn danach endlich Schluss ist mit dem ewigen ‚1976‘.“