Vonn schmeißt die skibrille ins feuer – comeback-fragen stoßen auf granit
Die Frage nach einem Comeback ist für Lindsey Vonn so lästig wie ein Stechmückenschwarm im Hochsommer. „Hört auf, mir vorzuschreiben, was ich tun soll“, donnert die 41-Jährige via X und katapultiert damit jahrelange Fanfantasien in die Schneekanone.
Die speed-queen fordert ihr leben zurück
25 Tage nach ihrem Absturz in Cortina d’Ampezzo, wo sich ihr Schienbein in mehreren Stücken verabschiedete, postete sie ein Trainingsvideo – und schürte Hoffnung. Doch aus Hoffnung ist nun Gereiztheit geworden. „Ich lebe ein fantastisches Leben abseits der Piste“, schreibt Vonn, die seit Wochen in Denver zwischen Physioraum und Eislauftherapie pendelt. Die Metallstangen in ihrem Bein bleiben vorerst, danach folgt ein zweiter Eingriff am Kreuzband. Zeitplan: offen.
Die Rechnung ist einfach: Ein Jahr Knochenheilung, dann Entscheidung. Wer jetzt fragt, ist draußen. „Ich werde euch Bescheid geben, wenn ich soweit bin.“ Diese Wortwahl kommt nicht von ungefähr. Vonn kennt das Spiel – sie hat es selbst jahrelang mitgespielt. 2013, 2016, 2018: jede Rückkehr ein Medienereignis. Jetzt zieht sie die Notbremse.

Die piste war ihr antidepressivum – jetzt ist sie nur noch ein schmerzort
Die Cortina-Abfahrt war kein normales Rennen. Vonn startete mit angerissenem Kreuzband, weil Olympia nun mal Olympia ist. Das Ende: ein Schienbein, das aussah wie ein zerbrochenes Kabel. Wer danach noch über Comebacks sinniert, versteht nicht, dass der Sport für Vonn längst ein Kapitel ist, das sie selbst schließen will – oder eben nicht.
Ihr Management schweigt, Sponsor Red Bull meldet sich nur auf Anfrage. Die Ski-Welt blickt bereits auf die nächste Saison, ohne sie. Die Zeitungen füllen die Lücke mit Spekulationen. Vonn selbst postet Bilder von Buchvorstellungen und Stiftungsarbeit. Die Botschaft: Ich bin nicht länger die Skifahrerin Lindsey, sondern die Unternehmerin Vonn.
Die Uhr tickt, aber sie gehört ihr. Und wenn sie irgendwann wieder in Stiefel steigt, dann nicht, weil Twitter es verlangt, sondern weil sie es will. Bis dahin bleibt die Antwort auf die Comeback-Frage knapp: Kein Kommentar.
