Italiens baseball-helden schockieren amerika – nacht um 20 uhr gegen puerto rico
20 Uhr Ortszeit, Miami – da steht Samuel Aldegheri auf dem Mount. Der einzige Italiener in der MLB, 23 Jahre alt, Los Angeles Angels, eröffnet das Viertelfinale des World Baseball Classic gegen Puerto Rico. Er sagt: „Dieses Spiel ist wichtiger als mein Debüt in der Major League.“ Denn heute trägt er nicht nur seinen Traum, sondern 60 Millionen Italiener auf der Schulter.
Ein team voller enkel, das amerika umarmt
Die Mannschaft ist ein Mosaik aus Brooklyn-Italo-Amerikanern mit Namen wie Vinnie Pasquantino oder Francisco Cervelli – Großvater aus Palermo, Mutter aus Queens. Sie trinken Espresso im Dugout, singen „Bella Ciao“ nach Homeruns und haben die USA in der Gruppenphase auf Platz zwei gedrückt. Wer sagt, sie seien keine „echten“ Italiener, kriegt von Aldegheri die Schnauze voll: „Wir tragen das selbe Trikot. Sie haben andere Nationen abgelehnt.“
Der General Manager Ned Colletti ließ vor dem Turnier ankündigen: „Wir sind hier, um die Welt zu schockieren.“ Seitdem hallt das Wort durchs Clubhouse. Die Jungs glauben fest daran, dass sie noch lange nicht fertig sind – selbst nach dem Sieg gegen die US-Stars rief Kapitän Pasquantino: „We are not done yet.“

Strike-out-könig ohne statistik-app
Aldegheri war in der Vorrunde der effizienteste Pitcher des gesamten Turniers – 11 Strike-outs in nur 5,2 Innings. Er erfuhr das aus Zeitungsinterviews, denn er checkt keine Stats während des Spiels. „Ich attackiere einfach die Strike-Zone“, sagt er und zuckt mit den Schultern. Hinter ihm steht ein Line-up, das in Miami für Gänsehaut sorgt: 25 Runs in drei Spielen, Slugging-Percentage jenseits aller Prognosen.
Puerto Rico bringt mit Yadier Molina einen zukünftigen Hall-of-Fame-Catcher auf der Bank und ein Infield voller MLB-Stars: Nolan Arenado, Christian Vázquez, Eddy Rosario. Aldegheri lacht: „Ich hätte auch Carlos Correa und Francisco Lindor gern gesehen. Je stärker der Gegner, desto besser für mich.“

Verona brennt – und das handy des pitchers auch
Nach dem 7:1-Sieg über Brasilien explodierte sein Telefon. In seiner Heimatstadt Verona spricht man nur über Baseball-Bars und Public-Viewing auf der Piazza. „Das gibt uns Druck, aber den richtigen“, sagt er. Die Spieler spüren, dass sie in Italien ein Sommermärchen im Frühling kreieren.
Sollte das Team heute gewinnen, wäre es erst das zweite Mal, dass Italien ein Halbfinale bei einem globalen Team-Weltmeisterschaft erreicht – 1995 Volleyball-WM war die Premiere. Die Baseball-Jungs wollen Geschichte schreiben, nicht erzählen. Punkt.
