Ukraine wirft ipc repressionen vor – paralympics in aufruhr
Die ukrainische Mannschaft verlässt sich sonst auf ihre Ski, doch jetzt fliegen die Anschuldigungen. Das Nationale Paralympische Komitee (NPC) beschuldigt das Internationale Paralympische Komitee (IPC) und das Organisationskomitee der Winterspiele in Italien, seit Wettkampfbeginn systematischen Druck auszuüben. Die Reaktion des IPC: Erstaunen. Die Reaktion der Athleten: blanker Zorn.
Ohrringe, fahnen, gemeinschaft – alles unter verschluss
Beispiel eins: Olga Kononowa, frischgebackene Biathlon-Sprint-Siegerin, trug Ohrringe in Blau-Gelb mit der Aufschrift „Stop War“. Kurz nach dem Rennen forderte ein IPC-Mitarbeiter, sie abzulegen. Das Komitee spricht von „höflicher Bitte“, die Ukrainer von „rüdem Zugriff“. Beispiel zwei: Die Nationalflagge vor dem Teamquartier musst umhängen, an eine weniger prominente Stelle. Beispiel drei: Familie von Taras Rad, zweifacher Medaillengewinner, wurde Schals mit traditionellen ukrainischen Mustern abgenommen. Beispiel vier: Der tägliche Abendkreis der Athleten im Gemeinschaftsraum wurde für unzulässig erklärt.
Die Kluft: Das IPC bestätigt einige Maßnahmen, verpackt sie als „Regelkonformität“. Die Ukrainer sprechen von „Zensur“. Dabei betont das NPC, keine Beschwerde über offizielle Kanäle erhalten zu haben – was Kiew wiederum als Beweis für Kommunikationsblockade wertet.

Der vorwurf der moskau-nähe schwingt mit
Hintergrund ist der seit Jahren brodelnde Konflikt über Russland und Belarus. Nach dem völkerrechtswidrigen Angriff 2022 wurden beide Verbände von Spielen ausgeschlossen – bis die IPC-Mitgliederversammlung im September 2023 beschloss, sie unter Neutralbedingungen zurückzuholen. Kiew wirft dem IPC seitdem „offensichtliche Loyalität“ gegenüber Moskau vor. Die Antwort: Die Entscheidung sei demokratisch gefallen, nicht vom Vorstand diktiert.
Die Ironie: Während russische Athleten in Mailand-Cortina erstmals seit 2014 wieder ihre Hymne hören, müssen ukrainische Sportler Symbole ihrer Heimat ablegen. Für Kiew ist das ein politisches Signal – für das IPC eine Frage der Regelwerke.
Zahlen sprechen: 28 ukrainische Athleten sind in Italien am Start, sie haben bisher fünf Goldmedaillen geholt. Jede Siegerehrung ist ein Statement, jeder verbotene Schal ein Minidrama.
Die Spiele gehen weiter, doch die Fronten sind verhärtet. Das IPC verspricht interne Prüfung, Kiew droht mit weiteren öffentlichen Anprangern. Der Sport wird zur Bühne für Diplomatie – und zur Geisel von Politik.
