Bayern jubelt 6:1, aber davies zittert: nächste blessur kurz vor wm

Ein Riesenfest mit bitterem Beigeschmack: Der FC Bayern feierte in Bergamo eine Gala, doch die Freude über das 6:1 dämpfte sich, als Alphonso Davies nach 26 Minuten Einsatzzeit mit Tränen im Gesicht ausgeschlichen ist.

Die Szene war schnell verbreitet: 70. Minute, Mittellinie, der Kanadier geht in die Hocke, verhüllt das Gesicht. Kaum war er vom Platz, machten die ersten Prognosen die Runde – „muskulär“, sagte Sportvorstand Max Eberl, „nichts Dramatisches“, pflichtete Trainer Vincent Kompany bei. Die Bestätigung folgte am Mittwoch: Zerrung im rechten Oberschenkel, keine strukturelle Blessur. Gut, aber ärgerlich.

Die chronik eines quälers

Die chronik eines quälers

Für Davies ist es der nächste Tiefschlag innerhalb weniger Monate. Erst im Dezember kehrte er nach einem Kreuzbandriss zurück, im Februar folgte ein Muskelfaserriss gegen Frankfurt. Jetzt, 100 Tage vor der Heim-WM in Kanada, steht er erneut auf der Abstellbank. Die Zwangspause fällt laut Klang „überschaubar“ aus – konkrete Wochen nennt der Verein nicht, aber intern rechnet man mit zwei bis drei Begegnungen.

Die personellen Lücken werden größer. Neben Davies fehlt Jonas Urbig nach einer Kopfprall-Attacke gegen Krstovic mit Gehirnerschütterung sicher beim Gastspiel in Leverkusen. Auch Jamal Musiala wird Samstag pausieren; der Mittelfeldstar laboriert an einer Schmerzreaktion am linken Sprunggelenk, das er sich im Sommer zuletzt verstauchte. Mit Manuel Neuer ohnehin auf der Reha-Liste steht Sven Ulreich vor seinem ersten Pflichtspiel dieser Saison.

Die Bayern gewannen trotzdem glänzend, doch die Frage bleibt: Wie viel Gala geht noch, bevor der Kader blank liegt? Der Klub hofft, dass nach der Länderspielpause Mitte April die Verletzten zurückkehren. Die Zeit rennt – für Davies besonders.