Tv homburg verspielt 3:0-führung und bleibt tief im sumpf

Die 3:0-Führung war noch warm, da schlug Dragons-Kreisläufer Erik Wenzel schon das erste Loch in die Homburger Abwehr. Was danach folgte, war kein Handballspiel mehr – es war ein 60-minütiges Zittern. Am Ende steht das 33:36 und die Gewissheit: TV Homburg ist nicht nur Letzter, sondern auf dem besten Weg, sich selbst zu verlieren.

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Die Saisonstatistik liest sich wie ein Horrorprotokoll: 4:20 Punkte, 446:529 Tore, kein Sieg seit dem 25. Januar. Gegen die SGSH Dragons schien der Bann zu brechen, doch die Schlussphase entlarvte die alten Muster: zu viele Ballverluste im Aufbauspiel, zu wenig Druck aus dem Rückraum, und ein Torhüterduell, das Homburgs Luca Möller mit 9:13 Paraden deutlich verlor.

Trainer Stefan Krickel schickte nach der Pause noch einen Extra-Angreifer, um die 5:3-Führung aus der 44. Minute zu konservieren. Die Gäste antworteten mit einem 7:2-Lauf, angeführt von Linksaußen Matti Weidemann, der in der Schlussphase vier Treffer in Folge erzielte. Die Homburger Anhang verstummte, als das 31:33 fiel – es war die 73. Minute der zweiten Halbzeit, weil Schiedsrichter Kretschmer wegen Nachspielzeit fast sieben Minuten auf die Uhr packte.

Abstiegsrechner: jetzt zählt jeder treffer doppelt

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Die Tabelle lügt selten. Mit vier Spieltagen bis zum Saisonende beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer fünf Punkte. Das Restprogramm liest sich wie eine Abschiedstournee: Auswärts bei Aufstiegskandidat HSG Kämpfelbach, daheim gegen den bereits sicheren TV 1893 Neuhausen – und dann der finale Schlag ins Kontor in Bietigheim, wo die SGBB auswärts noch nie gewann. Die Luft wird dünner als ein Siebenmeterstrich.

In der Kabine herrschte nach Abpfiff Radio silence. Kapitän Tim Schmitt zerbrach sich den Schläger am Stuhlbein, Manager Sandra Lehmann klappte das Laptop zu, ohne die Statistik zu speichern. Die einzige Konstante: 800 Zuschauer in der Homburger Hermann-Neuberger-Halle, die bis zum Ende klatschten – aus Reflex, nicht aus Glauben.

Die Saison ist noch nicht gestorben, aber sie liegt auf der Intensivstation. Und die Beatmungsmaschine summt bereits: Nächster Spieltag, nächste Chance. Wenn der TV Homburg nicht endlich lernt, eine Führung über die Runden zu retten, wird er bald in der Oberliga Südwest spielen – dort, wo die Hallen kleiner und die Wunden größer sind.