Timo boll verlässt oscar-nacht mit leeren händen – und einem breiten grinsen

Neun Nominierungen, kein einziger Sieg: Josh Safdies Tischtennis-Epos „Marty Supreme“ ist bei den Oscars 2026 die größte Nullnummer der Nacht. Für Timo Boll endet das Hollywood-Abenteuer vor dem Kodak Theatre mit einer Selbstironie statt Goldplastik.

Der 45-jährige zog den kopf ein – und lachte

Der 45-jährige zog den kopf ein – und lachte

„Meine Oscar-Hoffnungen sind damit, glaube ich, für immer gestorben“, sagt er am Rand der After-Show-Party, ein Glas Sekt in der Hand, das andere auf dem Rücken eines Kollegen aus dem Filmteam. Fünf Ballwechsel gedreht, eine Sekunde im Schnitt, ein Satz Sprechtext. „Reicht für die Ewigkeit“, sagt er und meint es halbwegs ernst.

Die Niederlage des 150-Millionen-Dollar-Blockbusters schmerzt trotzdem. Safdie, ein Besessener, der Reismans legendäre Trickserien frame-für-frame nachstellte, hatte Monate damit verbracht, Tischtennis-Archive zu plündern und Bolls Schläger-Handgelenk zu filmen. Am Ende klatschte nur das eigene Team. „Das Team ist enttäuscht, klar. Aber wir haben zusammen eine Sportart in die große Leinwand gerettet, die sonst nur in Hallen mit Flutlicht lebt. Das zählt für mich“, sagt Boll.

Er bleibt bis drei Uhr wach, verlässt das Dolby Theatre mit einer kleinen celluloiden Spur im Abspann und dem Wissen, dass Olympia 2028 näher liegt als ein zweiter Hollywood-Job. „Tischtennis ist schneller. Da weiß man nach zehn Minuten, ob man gewinnt oder verliert. Beim Film braucht es vier Jahre, um zu merken, dass du nur Statist warst.“

Zurück in Deutschland wartet die Bundesliga. Und ein Schläger, der keine Rede halten muss.