Henry und carragher zerreißen arsenal: „niemand will diesen meister"

Arsenal führt die PremierLeague mit neun Punkten Vorsprung an – und genau das nervt die ganze Nation. Thierry Henry, einst Ikon der Gunners, sagt offen, was in Pubs und auf sozialen Netzwerken brodelt: „Viele denken: Alles, nur nicht Arsenal.“

Der Satz fällt in der Nachtsendung „Monday Night Football“, wo Henry und Jamie Carragher normalerweise Taktik zerlegen. Stattdessen zerlegen sie die Gefühle der Fans. Henry, 2004 als Spieler selbst Teil des letzten Arsenal-Meisterteams, wirkte sichtlich irritiert: „Ich wollte sogar, dass Liverpool mal wieder wird – trotz Rivalität. Aber diesmal wünschen sich selbst neutrale den Meister nicht aus Nordlondon.“

Die anti-atmosphäre um arteta

Was ist passiert? Die Saison begann mit Manchester City und Liverpool als Titelfavoriten. Arsenal galt als aufstrebend, nicht als dominierend. Doch nach 28 Spielen stehen sie oben – und kassieren dennoch Spott. Carragher fasst es so zusammen: „Die Leute mögen den Style nicht. Nicht nur der Ballbesitz, auch Artetas Gebaren an der Seitenlinie wirkt auf vielen wie ein Dauerreminder an peppige Powerpoint-Präsentationen statt an Football-Romantik.“

Der Vorwurf: Arsenal spiele nicht Fußball, sondern Ergebnisschach. Gegnerische Trainer wie Brightons Fabian Hürzeler monieren öffentlich die zeitverzögernden Einwürfe und die Mikro-Fouls, die sofort das Tempo bremsen. Die Statistik liefert Stoff: Kein Klub verliert so selten den Ball in der eigenen Hälfte – und kein Klub braucht so lange für einen Eckball, bis die Uhr wieder läuft.

Die zahl, die die stimmung erklärt

Die zahl, die die stimmung erklärt

13,8 Sekunden – so lange dauert im Schnitt ein Arsenal-Einwurf, wenn sie in Führung liegen. Spitzenwert der Liga. Die Zahl mag klein klingen, sie verstärkt aber das Bild der berechnenden Mannschaft. Für viele Zuschauer ist das keine Underdog-Story, sondern die Perfektionierung der modernen Spielerei. Und genau das verkraftet der „neutrale“ Fan nicht.

Henry sieht das Dilemma: „Wir wollten die Rückkehr des Außenseiters feiern, stattdessen bekommen wir eine Maschine, die jeden Zentimeter analysiert.“ Carragher ergänzt mit einem sarkastischen Grinsen: „Die Leute mögen Außenseiter – aber nur, wenn sie auch wie Außenseiter spielen.“

Arsenal kann am Wochenende bei Crystal Palace mit einem Sieg die Vorsprungsserie auf zwölf Punkte ausbauen. Die Frage ist nicht mehr, ob sie Meister werden – sondern ob jemand außerhalb ihrer eigenen Fans das auch wirklich mitfiebert. Die Meisterschaft 2026 steht bevor, die Sympathie dafür nicht.