Swiss-league-halbfinale: sierre gegen olten – ein duell auf messerschneide

Die Schweiz schaut aufs Wallis. Der HC Sierre hat in der Qualifikation 33 Punkte mehr geholt als der EHC Olten, trotzdem wird die Serie enger als ein Seil beim Eisklettern. Chris McSorleys Boxplay gegen Christian Wohlwends Powerplay – das ist keine Frage von Statistik, sondern von Nerven.

Warum olten trotz 1:4-chancen glaubt

Jayce Hawryluk lacht nicht oft, aber nach fünf Spielen und elf Scorerpunkten gegen den HC Thurgau hat er kurz die Zähne gezeigt. „Wir sind das Siebente, wir haben nichts zu verlieren“, sagt er und klingt dabei wie ein Mann, der schon halb im Finale steht. Die Powermäuse haben in der Regular Season nur einmal gegen Sierre gewonnen – am 24. Oktober mit 5:2. Das war kein Zufall, das war ein Vorgeschmack. Sierre kann dominant sein, aber wenn Olten früh trifft, wird die Bande am Kreuzbleiche wackeln.

Die Waffe des HC Sierre heißt Manuel Maurer. Der Center führt die Liga in Bully-Gewinnquote (61,4 %), und genau dort beginnt Oltens Problem: Wenn du den ersten Schlag nicht landest, läufst du hinterher. Maurer plus Boxplay – das ist wie ein Schloss mit zwei Schlössern. Olten muss das Spiel mit Tempo brechen, nicht mit Dribbling.

Visp und la chaux-de-fonds: torhüter-duell auf zeitreise

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Juho Markkanen ist 23 und hat gerade erst gelernt, wie man in der Schweiz Käse bestellt. Viktor Östlund ist 31 und weiß schon, wie man in Biel Wohnungen findet – er unterschreibt dort im Sommer. Trotzdem stehen sich beiden im Halbfinale gegenüber wie zwei Boxer, von denen einer noch träumt und der andere Abschied nimmt.

Die Regular-Season-Bilanz spricht klar für La Chaux-de-Fonds (3:2-Siege), aber die letzten beiden Duelle gingen ins Penaltyschiessen. Das ist kein Zufall, das ist ein Warnschuss. Visp hat in den Playoffs gelernt, dass Spiele nicht in 60 Minuten entschieden werden, sondern in Sekundenbruchteilen vor dem Bully. Wer hier zuerst zweifelt, fliegt raus – egal, wie viele Aufstiegszertifikate man vorweisen kann.

Am Ende zählt nur die Torausbeute. Mein Tipp: Sierre gewinnt 4:2, Visp gewinnt 4:3. Und irgendwo in Olten träumt Jayce Hawryluk davon, dass gerade er die Serie auf 3:3 stellt. Der Sport ist kein Traum, aber manchmal ist er ein gutes Drehbuch.