Suter glänzt in val di fassa – hählen kämpft ums finale
Das Abschlusstraining in Val di Fassa hat geliefert, was man von einem Speedrennen erwartet: Spannung, Überraschungen und eine Athletin, die um ihre Karriere fährt. Corinne Suter landete auf Rang 11, verlor 83 Hundertstelsekunden auf die Trainingsschnellste Nina Ortlieb aus Österreich – und war dennoch die beste Schweizerin auf dem Hang.
Suter findet ihren rhythmus, grob überrascht alle
Die Schwyzerin ist nicht zufällig wieder vorne. Nach ihrer Reha hat Suter in Soldeu gezeigt, was in ihr steckt: dreimal in die Top 4, dreimal das Gefühl, dass da jemand zurückgekehrt ist. Val di Fassa ist der nächste Schritt, und Rang 11 im Training ist eine solide Ausgangslage für die kommenden zwei Abfahrten und den Super-G.
Das eigentliche Gesprächsthema des Tages war aber Stefanie Grob. Die 19. Trainingszeit mag auf dem Papier unspektakulär wirken – doch für eine Athletin, die selten im Rampenlicht steht, ist das ein Signal. Jasmine Flury und Malorie Blanc schafften es trotz Torfehlern noch in die Top 30, was zeigt, wie eng das Feld beisammen liegt.

Hählen schont das knie – und riskiert alles
Der bitterste Teil des Tages gehört Joana Hählen. Die Bernerin, die kürzlich ihren Rücktritt per Saisonende angekündigt hat, verzichtete überraschend auf das Abschlusstraining. Knieschonung, heißt es offiziell. Dahinter steckt eine Kalkulation, die kaum kälter sein könnte: Die beiden Abfahrten möglicherweise auslassen, um beim Super-G am Sonntag vollständig fit zu sein.
Warum? Weil dieser Super-G ihre letzte Chance ist, sich für das Weltcupfinale zu qualifizieren. Ein gutes Resultat dort – und ihre Karriere bekommt einen würdigen Abschluss auf der großen Bühne. Kein gutes Resultat – und es war das das letzte Rennen einer langen Laufbahn, still und ohne Applaus. Hählen weiß das. Und sie hat sich entschieden zu pokern.
