Strelow blitzt in otepää auf – der finger heilt, der podest-traum lebt
Die Eisschneide von Otepää knackt, und Justus Strelow schlüpft zurück ins deutsche Aufgebot. Nach 14 Tagen Reha-Fieber, Schienen-Look und Frusttraining darf der 29-Jährige endlich wieder voll ziehen. Der Bruch des Mittelfingers rechts ist verheilt – die Frage bleibt: Wie viel Pulver hat er nach zwei verpassten Weltcup-Wochen noch im Lauf?
Die männer-fraktion zeigt sich komplett
Lukas Fratzscher, Philipp Horn, Philipp Nawrath, Leonhard Pfund und David Zobel sind dabei. Die Staffel will nach dem verpatzten Staffel-Finale in Kontiolahti Revanche. Strelows Rückkehr liefert dem DSV-Zug den Zündstoff, den er braucht: einen Schlussläufer mit Nerven aus Stahl und 91 % Trefferquote im Stehendanschlag. „Er fehlte wie ein fehlender Schuss“, sagte Sportdirektor Felix Bitterling. Die Männer müssen liefern – sonst rutscht Deutschland in der Nationenwertung auf Rang sechs und verliert einen Startplatz für 2027.
Die Zahlen sind hart: 4759 Punkte stehen auf dem Konto, Finnland (4668) und Tschechien (4666) schnuppern schon. Ein Podest am Donnerstag würde 120 Punkte springen lassen – genug, um den Angriff abzuwehren.

Fichtner will den blackout wegschießen
Bei den Frauen schlägt Marlene Fichtner sich mit dem eigenen Schatten. Die 22-Jährige lief in Kontiolahti zwei Karrierebestzeiten hin, dann riss sie im Staffel-Finale versehentlich einen Ballon – und kassierte zwei Minuten Strafe. Platz 16, historisches Tief. „Ich hab die Szene 200 Mal gesehen“, sagt sie. Nun steht sie auf der gleichen Strecke, auf der sie zuletzt Vierter und Fünfter wurde. Druck? „Ich schieße ihn weg“, erklärt sie knapp.
Neu im Kader: Julia Kink. Die 25-Jährige feierte im IBU-Cup Doppelgold und rückt für die erkrankte Anna Weidel nach. Weidel soll in Oslo wieder dabei sein – bis dahin muss das Sechser-Aufgebot Punkte sammeln. Vanessa Voigt, Selina Grotian, Janina Hettich-Walz und Julia Tannheimer komplettieren das Team. Die Devise lautet: keine Gnade, keine Strafe, kein Ausreise-Platz verschenken.
Donnerstag 15.15 Uhr, Sprint der Männer. Samstag 13.45 Uhr, Verfolgung der Frauen. Die Uhr tickt, der Pulverdampf steigt. Wer zielt, gewinnt – und wer zögert, fliegt aus der Top-Five. Die Saison ist kurz, die Folgen lang.
