Siebatcheu: vom yb-star zum abstiegskandidaten – wo steckt der torjäger?

Jordan Siebatcheu, einst gefeierter Torjäger der Super League, scheint am Scheideweg seiner Karriere zu stehen. Was aus dem Mann geworden ist, der 2021/22 die Torjägerkrone Berns eroberte, ist ein Lehrstück über Höhenflüge und bittere Ernüchterung im Profifußball.

Die goldene zeit in bern und der bundesliga-ausflug

Seine Zeit bei den Young Boys war geprägt von Toren und Jubel. 22 Treffer in einer Saison, die zwar keinen Meistertitel einbrachte, doch Siebatcheus Reputation als gefürchteter Stürmer festigte. Der Wechsel zur Bundesliga schien der logische nächste Schritt. Für sechs Millionen Euro landete er beim 1. FC Union Berlin – ein Wechsel, der viele Hoffnungen weckte. Doch die Erwartungen blieben unerfüllt. Was als Traumstart mit dem entscheidenden Pokal-Treffer begann, entpuppte sich als schwierige Saison mit lediglich fünf Toren in 42 Spielen.

Auch in Gladbach gelang es Siebatcheu nicht, zu überzeugen. In 27 Einsätzen traf er nur siebenmal, was die Verantwortlichen nicht von einer festen Verpflichtung überzeugte. Der Trainerwechsel brachte keine Wende, und so führte der Weg zurück nach Frankreich zum Stammverein Stade Reims.

Ein teufelskreis aus verletzungen und enttäuschungen

Ein teufelskreis aus verletzungen und enttäuschungen

Die Rückkehr sollte eine neue Ära einläuten, doch stattdessen folgte ein weiteres Kapitel voller Rückschläge. Bereits sein erstes Spiel nach der Rückkehr endete mit einer Verletzung. Und als er endlich auf dem Platz stand, konnte er nicht an die Leistungen anknüpfen, die ihn einst so gefährlich machten. Reims rutschte am letzten Spieltag in die Relegation, und Siebatcheu trug seinen Teil dazu bei – sein einziger Treffer in dieser Saison fiel genau an diesem entscheidenden Tag.

Die bittere Ironie: Der neunfache US-amerikanische Nationalspieler, der in Bern noch zum gefürchteten Torjäger avancierte, kommt in Portugal bei CD Tondela kaum zum Einsatz. Nur ein Tor in 21 Spielen und wiederkehrende Muskelverletzungen zeichnen seine aktuelle Situation aus. Tondela droht der Abstieg, und Siebatcheu steht vor der größten Herausforderung seiner Karriere.

Seine Bilanz seit dem Abschied von YB ist ernüchternd: 15 Tore in 129 Spielen. Ein krasser Gegensatz zu den 22 Treffern, mit denen er einst die Super League dominierte. Der einst so euphorische Aufstieg scheint nun in einem Abwärtsstrudel zu enden. Ob Siebatcheu jemals wieder an seine Glanzzeiten anknüpfen kann, bleibt abzuwarten. Die Uhr tickt, und die Verantwortlichen in Tondela müssen handeln, wenn sie den Abstieg verhindern wollen. Denn ein Jordan Siebatcheu in Topform ist genau das, was seine Mannschaft jetzt braucht.