Play-in-kracher: rapperswil vs. zug – wer zuerst jubelt, wer zittert

Donnerstagabend, 19.30 Uhr, Zuger Bossard Arena: Ein einziges Tor kann die Saison retten oder beenden. Die SC Rapperswil-Jona Lakers fahren als Form-Team ins Play-in, der EV Zug mit drei Pleiten im Gepäck. Die Vorzeichen sind klar, die Realität aber oft gnadenlos.

Die lakers haben die nase vorn – und die besseren zahlen

Vier Siege in Serie, 12 von 16 Punkten nach der Olympia-Pause, dazu eine 3:1-Bilanz gegen den EVZ in dieser Saison. Das 6:0 zu Beginn war eine Kampfansage, das 3:2 in der OYM-Halle vor drei Wochen ein Statement in letzter Sekunde. Gian-Marco Wetter schlenzte damals in der Verlängerung den Puck ins Netz, und die Lakers jubelten, als gäbe es kein Morgen. Ohne Captain Nico Dünner haben Jacob Larsson und Melvin Nyffeler die Führung übernommen – 34 Punkte der erste, 19 Siege im Tor der zweite. Dahinter steht ein Kollektiv, das in den letzten 120 Minuten kein Gegentor kassierte.

Beim EVZ klingt das anders. Drei Niederlagen, 5:16 Tore, das 1:5 gegen Lugano war ein Offenbarungseid. Leonardo Genoni kann parieren, was er will – wenn die Abwehr wie ein Sieb wirkt, hilft auch der Olympiaknipper nichts. Dazu die Formkurve von Dominik Kubalik: seit Peking nur noch zwei Treffer, dafür jede Menge Frust. Tomas Tatar und Gregory Hofmann tragen zwar 75 Punkte zusammen, aber die kommen in Spielen, die längst vergessen sind.

Genoni gegen nyffeler – ein duell auf augenhöhe?

Genoni gegen nyffeler – ein duell auf augenhöhe?

Die Fangquoten liegen nur 0,3 Prozent auseinander, doch die Psyche entscheidet. Genoni hat in den letzten Jahren jedes wichtige Spiel mitgetragen, Nyffeler dagegen bewies, dass er in Rapperswil zum Kreis der unantastbaren Helden gehört. 36 Saves beim letzten Auftritt in Zug, das war kein Zufall, sondern ein Statement. Wer im Hinspiel zuerst blutet, riskiert den Serienstart mit Rückstand – und im Rückspiel steht dann eine Arena gegen ihn, in der die Lakers seit Februar ungeschlagen sind.

Die prognose: rapperswil in fünf toren

Die prognose: rapperswil in fünf toren

Ein Tor fällt früh, vielleicht sogar in Überzahl. Dann wird geboxt, geblockt, gebissen. Das Hinspiel geht an Zug – 2:1, weil Genoni einmal Weltklasse zeigt. Doch in der St. Galler Kantonalbank Arena drehen die Lakers auf. Larsson eröffnet, Strömwall erhöht, Wetter macht den Deckel drauf. 5:4 lautet mein Endresultat, und die Rosenstädter feiern das erste Playoffticket. Der EVZ muss sich gegen Biel oder Bern quälen – und dort wird die Saison endgültig entzaubert.