Stanisic platzt der kragen: „die handspiel-debatte geht uns auf den sack“

Josip Stanisic sprach es aus, was in der Kabine des FC Bayern seit Monaten brodelt. Nach dem 1:1 gegen Paris Saint-Germain, das dem Rekordmeister das Champions-League-Endspiel kostete, schlug der Verteidiger in der Mixed Zone den Nagel auf den Kopf: „Die ewigen Handspiel-Diskussionen gehen uns langsam allen auf den Sack.“

Die szene, die münchen wütend machte

Minute 29. Warren Zaire-Emery klärt im eigenen Strafraum, Joao Neves bekommt den Ball an die rechte Hand. Die Bayern-Reihe erstarrte, Schiedsrichter Joao Pinheiro ließ laufen – selbst der VAR blieb stumm. Für Stanisic ein weiterer Beweis für willkürliche Auslegung: „Mal pfeift man, mal nicht. Keiner weiß mehr, was Sache ist.“ Der Kroate erinnerte sofort an das Hinspiel, als Alphonso Davies aus kürzester Distanz traf, der Touchline-Monitor aber Elfmeter signalisierte. „Dort wird entschieden, obwohl der Ball vom Körper kommt. Heute schweigen alle. Diese Momente entscheiden Können über K.o.“, so Stanisic.

Das Regelwerk gibt ihm recht. Das IFAB schreibt vor: Trifft ein Schuss des eigenen Mitspielers die Hand, liegt grundsätzlich kein Vergehen vor – es sei denn, der Ball rollt direkt ins Tor oder führt unmittelbar zum Gegentreffer. Genau das war hier nicht der Fall. Dennoch bleibt der Beigeschmack, weil die Anwendung seit Wochen schwankt.

Bayern zahlen die zeche für zwei halbzeiten

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Die Münchner benötigten nach dem 4:5 von Paris zwei Treffer, doch nur Harry Kane traf. Der Rest war Ballbesitz ohne Biss. „Wir haben 90 Minuten lang PSG ins Zweikampfverhalten geschickt, aber die letzte Konsequenz gefehlt“, räumte Coach Vincent Kompany ein. Die Hand-Szene? „Keine Ausrede, aber sie brennt“, sagte er knapp.

Stanisic war nach Abpfiff sichtlich mitgenommen. Er schlug die Hände über dem Kopf zusammen, als er an die fragwürdige Serie der Saison dachte: Leipzig, Leverkusen, jetzt Paris – immer wieder juckten die Ellbogen der Gegner, selten pfiff der Unparteiische. „Wir wollen Fußball spielen, keine Lotterie“, murrte er und stapfte Richtung Mannschaftsbus.

Die Bilanz bleibt verheerend: Bayern raus, PSG steht im Finale von Rom. Und die Handspiel-Debatte? Die reist mit – bis zur nächsten Saison, zum nächsten Schiri, zur nästen kontroversen Szene. Stanisic hat schon jetzt die Nase voll: „Wenn sich nichts ändert, reden wir in zehn Jahren noch über dieselben Bilder.“