Streik legt nürnberg lahm: 5000 fck-fans müssen zu fuß oder im stau zum stadion

Der 1. FC Kaiserslautern reist mit einem kleinen Heer von über 5000 Anhängern zum Auswärtsspiel nach Nürnberg – und kommt dort nicht an. Ein Warnstreik der Gewerkschaft Verdi blockiert am Samstag komplett den ÖPNV. U-Bahnen stehen, Busse stehen, Straßenbahnen stehen. Die Folge: Die Roten Teufel müssen sich entweder in einen 90-minütigen Fußmarsch vom Hauptbahnung zum Max-Morlock-Stadion quälen oder sich auf verstopfte Zufahrten und Parkplatzsuche einstellen.

S-bahn tabu, fußweg verboten – die absurdität im detail

Die Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) empfiehlt theoretisch die S-Bahn bis Frankenstadion oder Dutzendteich. Doch der FCK blockt ab: „Strikte Fantrennung“, heißt es auf der Vereinswebsite. Gästefans dürfen die S-Bahn nicht nutzen, der Fußweg wird offiziell untersagt. Die Polizei Nürnberg Süd bestätigt in einem internen Fanbrief: „Der Fußweg zum Stadion beträgt vom Hauptbahnhof Nürnberg aus ca. 1,5 Stunden.“ Wer trotzdem läuft, riskiert Anweisungen der Einsatzkräfte und ein frühes Aus im Stadion.

Die logische Konsequenz: Autos und Fernbusse. Der Club rät seinen Anhängern ebenfalls zur Anreise per PKW, was die A73 und die Stadtautobahn in Richtung Dutzendteich schon am Vormittag verstopfen dürfte. Für Kaiserslautern-Fans gibt es einen reservierten Parkplatz an der Großen Straße, 15 Minuten Fußweg zum Gästeeingang – ein Katzensprung gegenüber der Odyssee vom Bahnhof.

Restkickets und 40.000 erwartete zuschauer – das spiel droht, zur nebensache zu werden

Restkickets und 40.000 erwartete zuschauer – das spiel droht, zur nebensache zu werden

Kick-off ist um 13 Uhr, Gästeblock öffnet bereits um 11 Uhr. Noch gibt es Resttickets an der Tageskasse, doch wer ohne Auto anreist, steht vor einem Dilemma. Die VGN antwortet auf Anfragen nicht, die Deutsche Bahn verweist auf „betroffene Strecken“, und die Polizei zieht einfach nur die Schultern hoch. Für die Fans wird das Derby zum Geduldsspiel – und für den FCK ein Test, wie laut 5000 Stimmen sein können, wenn sie vorher zwei Stunden im Stau standen.

Am Ende zählt nur eins: drei Punkte. Aber selbst die sind heute Nebensache, wenn der Weg zum Stadion länger dauert als die Halbzeitpause.