Kovac zerreißt krösche-gerücht: „ich wurde gestalkt!“
Niko Kovac hat genug. Beim BVB-Training bleibt der Coach kurz stehen, zieht die Augenbrauen zusammen und donnert in die Mikrofone: „Es ist ziemlich merkwürdig, wenn ich eingeladen werde vom Ehrenpräsidenten der SGE zum Geburtstag, dass ich hier gestalkt werde.“ Damit spielt er auf die Bilder an, die ihn seit Dienstagabend begleiten: Kovac, Markus Krösche und Jan Martin Strasheim sitzen in einem Frankfurter Restaurant. Prompt kursiert das Gerücht, der BVB plane mit Krösche als Nachfolger für Sportdirektor Sebastian Kehl.
Kovac lacht schon fast, als er das nachliest. „Wir haben über Peter Fischer, über Familie, über Urlaube gesprochen – und nicht über Transferstrategien oder Kaderplanungen.“ Die Szene entstand, weil Strasheim und Kovac seit gemeinsamen Hessen-Zeiten befreundet sind. Krösche sei „by the way“ dazugestoßen, sagt Kovac und schüttelt den Kopf. „Daraus jetzt eine Verschwörung zu stricken, ist absurd.“
Warum das treffen trotzdem signalwirkung hat
Der BVB steht vor einem Sommer, in dem mehrere Schlüsselpositionen neu besetzt werden könnten. Kehl arbeitet seit 2022 als Sportdirektor, doch intern heißt es, dass Hans-Joachim Watzke eine größere Erfahrung im internationalen Markt wünscht. Krösche gilt seit Jahren als Mann mit Kontakten in die Premier League und zur spanischen Liga. Er hat in Frankfurt Spieler wie Randal Kolo Muani, Jesper Lindström und Willian Pacho entdeckt – und verkauft. Genau diese Mischung aus Scouting und Verkaufsmentalität schätzt man in Dortmund.
Kovac betont, dass er kein Vetorecht bei Personalentscheidungen hat. „Ich trainiere die Mannschaft, das ist mein Job.“ Doch wer Kovac kennt, weiß: Er pflegt enge Beziehungen zu seinen Sportdirektoren. In Frankfurt war es Bruno Hübner, in München Hasan Salihamidžić. Beide schwärmen noch heute von seiner Loyalität. Sollte der BVB Krösche tatsächlich an Bord holen, wäre Kovac vermutlich nicht der Letzte, der es erfährt – aber er würde mitarbeiten.

Die stimmung im verein bleibt angespannt
Intern ist man sich einig: Die Saison 2025/26 ist die Stunde der Wahrheit. Nach dem enttäuschenden vierten Platz der Vorsaison und dem vorzeitigen Champions-League-Aus fordern Sponsoren und Mitglieder klare Fortschritte. Watzke hat im März intern verkündet, dass „alle Optionen auf dem Tisch liegen“. Das gilt auch für den Sportvorstand. Kehl selbst reagierte auf Anfrage knapp: „Ich kommentiere keine Gerüchte.“
Kovac will sich auf das Spiel am Samstag gegen Freiburg konzentrieren. „Wir haben 27 Punkte aus den letzten 13 Spielen geholt, das ist solide.“ Doch er weiß auch: In Dortmund zählt nur der Titel. Und solange keiner da ist, bleibt jede Spekulation am Tisch – egal, ob beim Geburtstagsessen oder auf der Pressekonferenz.
Fakt ist: Wer in Frankfurt isst, wird gesehen. Und wer gesehen wird, muss mit Folgen rechnen. Kovac hat das gelernt – und wird beim nächsten Mal vielleicht einfach liefern lassen.
