Stolz versinkt im eis: eitrem krönt sich zum allround-kaiser

Der Thialf-Boden bebte, doch nicht unter Jordan Stolz. Der 21-jährige US-Megatalent kollabierte auf den letzten Runden der 10 000 m, verlor die Führung, die Nerven – und schließlich das Podium. Norwegens Sander Eitrem jagte ihn mit einer überrundenden Attacke in die Geschichtsbücher.

Von der spitze direkt in den abgrund

Die Zahlen sind gnadenlos: Nach 3 200 m hatte Stolz noch 3,2 Sekunden Vorsprung. 6 800 m später lag er 4,8 Sekunden zurück – psychisch am Boden, physisch leer. Die Herren-Allround-WM entschied sich im Finale der längsten Disziplin, und der Titelverteidiger fand keine Antwort auf Eitres Endspurt von 28,9 Sekunden pro Runde.

Metodej Jilek sicherte sich Silber vor dem Polen Vladimir Semirunniy. Für Deutschland blieb Gabriel Groß auf Rang neun das beste Resultat – ein Trostpflaster, aber kein Medaillen-Feuerwerk. Die DESG-Debatte um Petzolds Suspendierung und Malys Verzicht hing wie ein Schatten über dem Thialf.

Ein erster norweger seit 86 jahren

Ein erster norweger seit 86 jahren

Während Eitrem jubelte, schrieb sich Ragne Wiklund ebenfalls in die Annalen ein: Als erste Norwegerin seit 1938 holte sie Mehrkampfgold. Die deutschen Damen dagegen verpassten die Top-15 – ein Déjà-vu nach Mailand.

Stolz verlässt Heerenveen mit zwei Silbern aus der Sprint-WM und einem vierten Platz, der wehtut. Die Frage ist nicht, ob er zurückkommt, sondern wie schnell er die 10 000 m neu erfindet. Denn im Eisschnelllauf zählt nur, wer zuletzt lacht – und das war diesmal der Norweger mit der eisernen Lunge.