Nico sturm schlägt zu – sein 50. treffer wird trotzdem zur nebensache
Nico Sturm trifft in Überzahl, Minnesota liegt in Front, die Crowd im Ball Arena tobt – und am Ende steht trotzdem ein 2:3 nach Penaltys gegen Colorado. Die 50. NHL-Tore-Marke? Fehlanzeige. Sie bleibt im Schatten einer Niederlage, die die Central-Division nochmal neu verrückt.
Die Szene in der 48. Minute: Sturm springt aus dem Penalty-Box, schnappt sich den Puck, zieht von der blauen Linie ab und knallt ihn unhaltbar unter die Latte. Sein vierter Saisontreffer, sein 50. in der regulären Saison überhaupt – und das in Spiel 372. Die Statistik klingt nach solider Konstanz, doch der Nationalstürmer selbst schmunzelt nur müde: „Jeder Treffer zählt, aber Punkte sind schöner.“
Mackinnon kühlt den jubel ab
Denn Minnesota verpasst den Sprung auf Platz zwei. Nathan MacKinnon verwandelt den entscheidenden Penalty, nachdem Nicolas Roy den 2:2-Ausgleich erzielt hatte. Die Wild bleiben Dritter – vier Punkte vor Winnipeg, drei Hinter Colorado. Playoff-Luft? Dünn. Die nächsten vier Spiele bestimmen, ob Sturms Jubel ein Kuriosum bleibt oder die Saison erst richtig startet.
Trainer John Hynes wechselt Sturm immer öfter in die zweite Reihe, um Offensive zu erzwingen. Der 30-Jährige liefert – trotz Defensiv-Skills und Bully-Stärke. Die Wild haben 14 Tore in den letzten fünf Spielen erzielt, acht davon von Bottom-Six-Leuten. Das System funkt, die Chancen steigen, die Punkte aber nicht. „Wir schießen uns selbst in den Fuß“, sagt Sturm und meint die zahllosen Überzahlsituationen, die man in Unterzahl verschenkt.
Für die Avalanche war es der siebte Penaltysieg im elften Versuch. Die Liga-Spitze tankt Selbstvertrauen, während Minnesota mit 43 Punkten auf der Zielgeraden kurz vor der Kurve steht. Die Central Division wird zur Schicksalsfrage – und Sturms 50. Tor nur zur Fußnote in einem Abend, der eigentlich einer Sieg-Party hätte werden sollen.
