Sturm trifft shorthanded, minnesota trotzdem mit leeren händen
Nico Sturm schoss in Denver, was ihm selten gelingt – ein Tor. Dabei war sein Team in Unterzahl. Am Ende lachte trotzdem Colorado.

Der vierte saisontreffer kommt zur unzeit
Die 48. Minute war halb gespielt, die Wild in doppelter Rücklage: 1:2 und ein Mann wenig. Sturm schnappte sich den Puck in der neutralen Zone, fuhr mit Tempo auf Philipp Grubauer zu und versenkte den Schlenzer. Seine Mutter jubelte in der Halle, 18 000 Fans verstummten. Es war sein 50. NHL-Treffer in der 372. Partie – ein Wert, der seine Defensivreputation in Zahlen gießt.
Doch die vermeintliche Führung hielt nur fünf Minuten. Nicolas Roy glich aus, der Routinier schlug zweimal aufs Eis, als hätte er den Puck verloren. Das Penaltyschießen wurde zur Demonstration von Nathan MacKinnon: zuckendes Handgelenk, Handschuh hoch, Spiel entschieden. Minnesota sammelt trotzdem Punkte wie Pfandflaschen: 79 Zähler, Tabellenplatz drei, Playoff-Ticket so gut wie gebucht.
Für Sturm bleibt ein süß-bitterer Abend. Er ist selten Held, diesmal schon – und doch ohne Gewinn. Die Wild fliegen nach Hause, wissen: Sie haben einen Center, der auch vorne trifft, wenn alle Regeln eigentlich dagegen sprechen.
