Sporting zertrümmert bodö/glimt mit 5:0 und schreibt cl-geschichte

Kein Schneesturm, keine Schockstarre: Sporting Lissabon hat das norwegische Fußball-Märchen in einer nächtlichen Hagelattacke aus der Champions League gepustet. 5:0 nach Verlängerung – ein Ergebnis, das selbst die Statistiker nach Luft schnappen lässt.

Der regen war schwarz-weiß gefärbt

José Alvalade-Stadion, 22.05 Uhr: Der Himmel platzt, die Norweger ertrinken. Bodö/Glimt, eine Woche nach dem 3:0-Sieg in der Arktis, rennt plötzlich mit Bleistiefeln. Bereits zur Pause steht es 1:0, Gonçalo Inácio köpft ein, doch die wahre Geschichte beginnt erst nach dem Seitenwechsel. Pedro Gonçalves trifft, dann verwandelt Luis Suárez einen Handelfmeter – 78. Minute, 3:0, Ausgleich. Die Portugiesen haben 42 Minuten gebraucht, um ein ganzes Jahr norwegische Selbstsicherheit abzuschmelzen.

Die Verlängerung wird zur Tortur. Maxi Araújo jagt den Ball nach 92 Sekunden zum 4:0 ins Netz – Opta lügt nicht: das schnellste Tor einer CL-Verlängerung überhaupt. Rafael Nel setzt in der 121. Minute den Schlusspunkt, 5:0, Ende, aus, vorbei. Bodö/Glimt schafft trotz Rekord-Aufstellung (sechsmal in Folge dieselbe Start-Elf) nur noch eines: den ersten Flug nach Hause.

Arsenal oder leverkusen – sporting nimmt sich, was kommt

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Mikel Arteta oder Xabi Alonso – egal. Sporting hat wieder Anklopfen gelernt. Die Mannschaft von Ruben Amorim spielte 120 Minuten lang, als gäbe es kein Morgen. Die Statistik: 23 Torschüsse, 67 % Ballbesitz, 11 Ecken. Bodö? Drei Schüsse, keine Ecke, kein Mucks. Die norwegische Presse wird die Nacht nicht schönreden können.

Für die Fans in Lissabon zählt nur eins: Das Viertelfinale wartet, und mit ihm entweder die Gunners oder die Werkself. Die Kasse klingelt: allein die Prämie füs Achtelfinale-Weiterkommen bringt 9,6 Millionen Euro – genug, um die nächste Transferperiode schon mal zu planen.

Amorim trat nach Abpfiff mit nassen Haaren an die Mikrofone: „Wir haben bewiesen, dass Sporting mehr ist als ein Sprungbrett für andere Klubs. Wir sind der Sprung.“ Die Worte klangen wie ein Versprechen – und wie eine Warnung an jeden, der jetzt noch glaubt, die Champions League sei vorhersehbar.