Mbappé-fiasko in madrid: wird aus dem superstar eine hassfigur?

Madrid bebt. Nicht vor Freude über den vermeintlichen neuen Königstransfer, sondern vor wachsender Frustration. Kylian Mbappé, der französische Superstar, der als Retter geholt wurde, droht in der spanischen Hauptstadt zur Hassfigur zu werden. Nach dem desaströsen Clásico und einer turbulenten Saison spitzt sich die Lage zu – und die Fans fordern offen seinen Abgang.

Ein verein, 41 spiele, 41 tore – und trotzdem buhrufe

Die spanische Sportzeitung AS titelte nach dem 0:2 gegen Barcelona mit den Worten „Madrid zerfällt“. Ein harter Schlag für Real, der die Titelhoffnungen im Nu begräbt. Doch das Spiel selbst war nur der Höhepunkt einer chaotischen Saison, die von internen Streitigkeiten, wie dem zwischen Valverde und Tchouaméni, geprägt war. Im Zentrum des Sturms steht Mbappé. Ein Spieler, dessen Torquote beeindruckend ist, dessen Anwesenheit aber offenbar mehr Unruhe als Harmonie stifft. „Nur in Madrid kann es passieren, dass ein Spieler mit dieser Quote so kritisiert wird“, stellte Mundo Deportivo fest – ein Kommentar, der die Verzweiflung vieler Fans widerspiegelt.

Italien statt madrid: der urlaub, der alles veränderte

Italien statt madrid: der urlaub, der alles veränderte

Der Wendepunkt kam nach dem Ligaspiel gegen Betis Sevilla, als sich Mbappé einen Muskelfaserriss zuzog. Statt sich auszuruhen und auf die Genesung zu konzentrieren, reiste der Franzose mit seiner Freundin nach Italien. Ein vermeintlicher freier Tag, der in Spanien für einen Aufschrei sorgte. Das Wiederauftauchen in Madrid nur zwölf Minuten vor dem Anpfiff des Spiels gegen Espanyol Barcelona wurde von unzähligen Kameras dokumentiert – ein Spektakel, das die Wut der Fans weiter anheizte. Die Reaktion des Umfelds mit einem offiziellen Statement konnte die Situation kaum entschärfen.

Trainer Álvaro Arbeloa versuchte, die Sache mit einem Schulterzucken abzutun: „Jeder Spieler macht in seiner Freizeit, was er für richtig hält.“ Ein Satz, der bei den Fans auf taube Ohren stieß. Sie sehnten sich nach einer Führungsfigur, die in schwierigen Zeiten an der Mannschaft festhält – auch wenn sie nicht spielen kann. Die AS analysierte treffend: „Mbappé hat die Harmonie gestört.“

Jeder fehltritt wird zur zäsur

Jeder fehltritt wird zur zäsur

Seitdem scheint jeder noch so kleine Fehltritt von Mbappé unter dem Mikroskop zu stehen. Selbst das unfreiwillige Lächeln, das ihn verließ, als er das Trainingsgelände verließ, wurde als „unpassend und vermeidbar“ empfunden. Die sozialen Medien brodeln, und eine Petition fordert seinen Abgang. Bis Montag hatte diese unglaubliche 73 Millionen Unterschriften gesammelt – ein klares Zeichen des Unmuts.

Der social-media-post nach der niederlage: ein schlag ins gesicht?

Der Tiefpunkt war der Instagram-Post von Mbappé, nachdem sein Team bereits mit zwei Toren zurücklag. „Hala Madrid“, schrieb er, während die Fans im Bernabéu die Köpfe hingen ließen. Ein Tweet, der von einem User prompt mit den Worten kommentiert wurde: „Dein Team verliert gerade und du postest das in deiner Story und tust so, als würdest du sie unterstützen.“

Die kabine ist zerrüttet

Doch die Probleme scheinen tiefer zu gehen. Laut L’Équipe hat Mbappés Ankunft auch in der Kabine für Unruhe gesorgt. Besonders Vinícius Júnior soll kein gutes Verhältnis zu seinem Mitspieler pflegen. Seine vermeintlich individualistische Haltung habe die Kluft innerhalb der Mannschaft nur noch vergrößert.

Die Bosse von Real Madrid scheinen zwar weiterhin an Mbappé zu glauben, doch die Zeichen stehen schlecht. „Mbappé muss sich entscheiden: Entweder er wird zur Identifikationsfigur, die Madrid so dringend braucht, oder er wird zur Last, die den Verein noch weiter belastet“, so Marca. Ob er am kommenden Donnerstag gegen Real Oviedo zurückkehrt und ob die Fans ihn dann buhen oder bejubeln, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch klar: Der Fall Kylian Mbappé ist noch lange nicht abgeschlossen.