Shiffrin schlägt wieder zu: neunter slalom-sieg binnen zehn rennen
Mikaela Shiffrin hat dem Winter den letzten Slalom entrissen – und das mit einer Demonstration der Macht. 1,32 Sekunden Vorsprung nach zwei Läufen, neunter Sieg im zehnten Saisonrennen, Weltcupsieg Nummer 110. Die US-Amerikanerin fuhr am Sonntag in Saalbach vor der Schweizerin Wendy Holdener und Paula Moltzan vom Heimveranstalter ins Ziel.

Die rechnung ist klar: aicher braucht wunder, shiffrin nur top 15
Die Deutsche Emma Aicher landete als Vierte und muss nun vor dem Riesenslalom am Mittwoch eine Drei-Tore-Führung aufholen. Shiffrins Vorsprung im Gesamtweltcup wuchs auf 85 Punkte. Aicher benötigt den Sieg; Shiffrin darf maximal 14. werden. Die 28-Jährige bestätigte nach dem Rennen: „Ich mag diese Drucksituationen.“
Die Zahlen sprechen für sich. Shiffrin hat in dieser Saison 900 von 1.000 möglichen Slalom-Punkten geholt. Keine Skirennläuferin hatte jemals so früh im Winter den Disziplin-Titel sicher. Das Podest von Saalbach zeigt auch die Machtverhältnisse: hinter Shiffrin nur Athletinnen, die schon vor Jahren um Edelmetall kämpften – Holdener seit 2014, Moltzan seit 2018.
Die Amerikanerin selbst schob den Sieg mit typischer Understatement-Attitüde beiseite: „Ich bin einfach froh, dass das Knie mitgemacht hat.“ Gemeint ist der Kreuzbandriss vor zwei Jahren. Die Gegnerinnen wissen: Wenn Shiffrin fokussiert ist, reicht selten ein Fehler, um sie zu schlagen. Das war in Killington, Flachau, Spindleruv Mlyn und nun in Saalbach wieder so.
Für die Veranstalter war das Rennen ein Jackpot: Sonne, knapp 8.000 Zuschauer und ein Heimpodest mit Moltzan. Die 29-Jährige feierte ihren zweiten Weltcup-Slalom-Podest überhaupt – und kündigte an: „Ich will mehr.“ Für Shiffrin geht es am Mittwoch nicht ums Prestige, sondern ums Management. Ein Platz unter den besten 15 genügt, um Aichers letzte Chance zu zerschlagen.
Die Saison ist noch nicht vorbei, doch die Kugel wandert bereits in Richtung Utah. Shiffrin könnte beim Finale in Andorra am 17. März den Gesamtweltcup zum fünften Mal gewinnen. Die Gegner schielen nicht mehr auf Gold, sondern auf Silber. Und Silber riecht nach Winterende.
