Fischtown pinguins jagen den giganten: play-off-kracher gegen mannheim beginnt
Die Eisfläche in Bremerhaven glüht. Nach einem perfekten Sweep gegen Nürnberg treffen die Fischtown Pinguins am Mittwoch (19 Uhr) auf die Adler Mannheim – und plötzlich ist vom Underdog die Rede, der sich verstecken muss. Vergessen. Dieses Team trägt Selbstvertrauen wie ein Trikot.
Manager furchner schickt kämpfer statt kuscheltiere
Sebastian Furchner, Geschäftsführer der Pinguins, spricht kein Wort von Glück. Er spricht von Arbeit. „Wir haben die Qualifikationsrunde dominiert, zwei Siege, kein Spiel verloren, jetzt kommt der Liga-Krösus – und wir ducken uns nicht.“ Die Zahlen geben ihm recht: Gudlevskis hält wie eine Mauer, die Verteidigung erlaubt im Schnitt nur 1,8 Gegentore, und Friesen sowie Mauermann treffen, wann immer es brenzlig wird.
Dass die Hauptrunde vier Niederlagen gegen Mannheim bescherte, interessiert hier niemanden. Play-offs sind ein anderes Tier. Justin Schütz, Stürmer der Adler, bestätigt das: „Bremerhaven macht wenige Fehler. Wenn sie einen machen, müssen wir zuschlagen.“ Klingt nach Respekt. Klingt nach Angst.

Franzreb im käfig – ein ehemaliger pinguin mit eis im blick
Im Mannheimer Tor steht mit Maximilian Franzreb ein Gesicht, das die Halle in Bremerhaven noch auswendig kennt. Vier Jahre trug er das Pinguins-Logo, jetzt blockt er für die Adler. „Kontakt zu den Jungs besteht“, sagt er, „aber über sieben Spiele gibt es keine Freunde.“ Das klingt nach Kino, nach Drama, nach sieben Akten auf 60 mal 30 Metern.
Die Serie beginnt in der SAP Arena, wo 13.600 Fans brüllen. Danach kehrt die Mannschaft nach Bremerhaven zurück – und dort ist die Eisarena ein Kessel, der selbst die Adler zum Schwitzen bringt. Spiel zwei und vier finden in der Hafenstadt statt, und die Tickets sind längst vergriffen.

Statistik? schnee von gestern
Wer jetzt mit Hauptrunden-Zahlen wedelt, hat das Spiel nicht verstanden. In den letzten zehn Jahren schaffte Fischtown neun Mal das Viertelfinale, dreimal das Halbfinale. Die Adler zwar vier Meisterschaften, aber das letzte Play-off-Duell 2022 ging über fünf Spiele – und die Pinguins lagen zweimal vorne. Die Lehre: Serienerfolg zählt nicht, wenn der Gegner die bessere Moral hat.
Kristers Gudlevskis führt die Save-Percentage der Liga an (93,4 %), Ross Mauermann hat bereits fünf Play-off-Tore erzielt. Beide sind heiß, beide wollen Geschichte schreiben. Und hinter der Bande steht ein Stadion voller Fischerjacken, die ihre Mannschaft nach vorn peitschen. „Wir brauchen uns nicht zu verstecken“, wiederholt Furchner. Es klingt wie ein Versprechen.
Wenn die Scheibe um 19 Uhr auf Eis trifft, beginnt kein normales Spiel. Es beginnt eine Revanche an der Küste. Und wenn die Sirene nach 60 Minuten ertönt, steht möglicherweise nicht nur ein Sieg fest, sondern die nächste Sensation. Dann nämlich, wenn die Pinguins beweisen, dass Geld nicht schießt – sondern Herz.
