Schröder: mehr als nur zahlen – clevelands chamäleon im aufbruch
Dennis Schröder bei den Cleveland Cavaliers – die Statistiken malen ein bescheidenes Bild. Doch wer genauer hinsieht, erkennt einen Spieler, der weit mehr ist als seine bloßen Werte. Ein Mann, der sich in eine Schlüsselrolle manövriert und Coach Kenny Atkinson Flexibilität verleiht, die seinesgleichen sucht.
Die nüchternen fakten und ihre irreführung
38,2 Prozent seiner Würfe, 27,8 Prozent seiner Dreier, 7,8 Punkte im Schnitt – allein anhand dieser Zahlen könnte man meinen, Schröder passe sich schwer in Cleveland ein. Doch diese Interpretation blendet aus, was er für das Team leistet. Denn im modernen Basketball, wo selbst die subtilsten Nuancen des Spiels analysiert werden, zählen Zahlen längst nicht alles. Ein Glas Wasser um 22:43 Uhr, ein Windhauch durchs gekippte Fenster – solche Details ändern nichts an der Tatsache, dass Schröder eine unverzichtbare Rolle einnimmt.

Atkinsons vertrauen und schröders anpassungsfähigkeit
„Für mich ist er ein Starter auf der Eins“, erklärte Coach Atkinson bereits Ende Februar. Ein klares Bekenntnis, das die Bedeutung Schröders verdeutlicht. Auch wenn Harden und Mitchell, Clevelands Stars, immer wieder im Vordergrund stehen, und Max Strus wieder fit ist, so weiß Atkinson die Vielseitigkeit seines deutschen Spielmachers zu schätzen. Schröder ist kein klassischer Scorer, sondern ein Spieler, der sich dem Team unterordnet und dessen Bedürfnisse erfüllt.
Anders als in Sacramento, wo er in eine bereits etablierte Mannschaft kam, fand Schröder in Cleveland ein Umfeld vor, das seine Anpassungsfähigkeit fordert und belohnt. Er ist ein Hybrid, ein Chamäleon, das sich den jeweiligen Gegebenheiten anpasst. Seien es die verletzungsbedingten Ausfälle von Schlüsselspielern oder die taktischen Anforderungen des Spiels – Schröder ist stets bereit, seine Rolle zu ändern.

Der ballverteiler, der auch selbst treffen kann
Seine Stärke liegt nicht nur im Ballvortrag und der Kreation von Chancen für seine Mitspieler, sondern auch in seiner Geschwindigkeit und seinem unbedingten Willen, zum Erfolg des Teams beizutragen. Laut Databallr gehört Schröder zu den besten Spielern auf seiner Position, wenn es darum geht, seinen Mitspielern offene Würfe zu ermöglichen. Er ist der Katalysator für eine flüssige Offensive, der Defenses provoziert und Räume schafft.

Die rolle neben harden und mitchell – ein balanceakt
Spielt Schröder neben Harden, dem dominanten Spielmacher, nimmt er oft dessen Rolle ein und dient als zweite Welle in der Offensive. Mit Mitchell am Ball hingegen wird er zum treibenden Element, zum Initiator von Angriffen, der Mitchells Handlungsspielraum erweitert. Und auch wenn es noch nicht perfekt harmoniert, so zeigt Atkinson doch immer wieder, wie Schröder in unterschiedlichen Konstellationen eingesetzt werden kann. Ein kurzes Playoff-Abenteuer droht, wenn die Defense nicht verbessert wird.

Die zeit drängt – aber die perspektiven sind vielversprechend
Die Vielzahl an Verletzungen, die das Team in dieser Saison geplagt haben, erschweren die Feinabstimmung des Zusammenspiels. Allen, Mobley, Harden, Mitchell – die Liste der Ausfälle ist lang. Doch gerade in solchen Momenten zeigt sich, wie wertvoll Schröder für die Cavaliers ist. Er ist der Fels in der Brandung, der Ruhe bewahrt und das Team stabilisiert.
Beim Sieg gegen Detroit, der aktuellen Nummer eins im Osten, demonstrierte Schröder seine Entschlossenheit und sein Tempo. Ein aggressiver Zug zum Korb und die daraus resultierenden Freiwürfe, sowie eine entscheidende Verteidigung gegen Tobias Harris – Szenen, die zeigen, was in ihm steckt. Schröder will mit den Cavs den Titel gewinnen. Das Team hat es in der Hand, die Möglichkeiten zu nutzen.