Schmitt zieht bilanz: kritik an dsv-adlern ist ein vertrauensbeweis

Die Schanzen sind geschlossen, die Ski verräumt – und Martin Schmitt spricht Klartext. Der Rekordweltmeister sieht die vermeintliche Medien-Kritik an Andreas Wellinger und Karl Geiger nicht als Makel, sondern als Kompliment: „Wenn die Leute nörgeln, wissen sie im Kern, dass die Jungs mehr können.“

Horngachers nachfolger steht wohl fest

Im Trainerratten-Rennen um den Posten des Bundestrainers nach Stefan Horngacher liegt nach Schmitts Infostand Andreas Mitter vorn. „Er war schon Chefcoach, kennt das System und spricht die Sprache der Athleten“, sagt der 51-Jährige und schließt sich selbst aus: „Ich habe mit dem Nachwuchs gerade das perfekte Zuhause.“ Sein Name kursiert trotzdem – weil die Fans wissen: Schmitt würde sofort Feuer geben.

Wellingers fünf 20er – ein seelenbalsam

Wellingers fünf 20er – ein seelenbalsam

Kurz vor Saisonende verpasste Wellinger in Planica die perfekte 20-5er-Wertung nur um einen einzigen Zehntelpunkt. Schmitt lacht: „Ich war nie so nah dran. Aber Andi braucht diesen Schlussakkord, um den Kopf frei zu kriegen.“ Der 29-Jährige habe sich „rausgekämpft aus dem Tal“, und das Timing nach innen stimme wieder. Ob die Formkurve nächsten November oben beginnt? „Er wird angreifen, sonst wäre er nicht Andi.“

Prevc-hegemonie fordert konkurrenz heraus

Prevc-hegemonie fordert konkurrenz heraus

Domen Prevc flog fast die ganze Saison auf Autopilot – 13 Weltcup-Siege, Olympiasieg, große Kristallkugel. Schmitt erklärt die Dominanz mit der gefährlichen Selbstläufer-Schleife: „Automatisierte Abläufe entlasten das Gehirn, jeder Sprung bestätigt den vorherigen.“ Doch er prophezeit: „Nächstes Jahr muss er die Automatik wieder neu justieren. Die Jungs haben den Film von seinem Flug gesehen und sich Notizen gemacht.“

Frauen-springen verliert ikone, gewinnt anführerin

Frauen-springen verliert ikone, gewinnt anführerin

Mit Katharina Schmid verschwindet eine charismatische Galionsfigur, doch Schmitt sieht kein Vakuum: „Selina Freitag hat die Führungsrolle schon übernommen, Agnes Reisch ist angekommen.“ Der Nachwuchs sei „gut gefüllt“, lautet die Devise: „Qualifikation muss sich verschärfen, dann klappt der Übergang.“

Material-debatte bleibt ein konstrukt

Material-debatte bleibt ein konstrukt

Der norwegische Anzug-Skandal von 2025 bescherte der FIS neue Mess-Standards. Schmitt attestiert der neuen Kontroll-Truppe eine „sauberste Saison seit Jahren“, fordert aber Nachjustierung: „Die Ausgangsmessung muss präziser werden, sonst bleibt der Zufall im Spiel.“ Disqualifikationen könnten nie ganz verschwinden – „wer am Limit fliegt, rutscht manchmal drüber“.

Letzte Saisonbilanz: Philipp Raimund holte Gold, Prevc die Statistik, Wellinger die Selbstbestätigung. Die deutschen Adler trauert man hinterher – und genau das ist der Beweis, dass sie 2027 wieder ganz vorn landen können.