Cottbus-präsident weilmünster zerreißt aufstiegstraum: 700.000 euro löschen die 3. liga
Der LHC Cottbus jagt den Grün-Weißen Werder, doch hinter der Jagd lauert die Zahl 700 000. Sie steht auf der Excel-Tabelle von Präsident Kai-Uwe Weilmünster wie eine Mauer. „Unter 700 000 Euro brauchst du da nicht anfangen“, sagt er, und schon ist der Aufstieg nicht mehr Sport, sondern Mathe.
Die Rechnung geht nicht auf. Cottbus liegt in der Regionalliga Nord-Ost auf Platz zwei, sechs Punkte hinter Werder, das ein Spiel mehr hat. Die Tore gegen Grün-Weiß Werder (34:31) waren ein Fest, doch die Party dauerte nur bis zum Kassenbericht. Weilmünster: „Wir sind diese Saison ausfinanziert.“ Das klingt nach Plan, ist aber ein Drohszenario. Denn das Geld reicht nur für die Viertklasse, nicht für die dritte Liga, in die der Klub vor zwölf Monaten mit 11:49 Punkten als Letzter abgestiegen war.

Der dhb schaut weg, während die kosten explodieren
Der Deutsche Handballbund will bis Montag wissen, wer 2024/25 in die 3. Liga will. Die Antwort von Cottbus klingt wie ein Todesstoß: „Aktuell sieht es so aus, als ob wir es nicht können.“ Weilmünster sieht nicht nur seinen Verein im Strudel. Auch andere Drittligisten verzichten auf die Relegation, Frauen-Bundesliga wird keine Absteigerin produzieren. „Die Kosten explodieren, und wenn der DHB da nicht aufpasst, dann hat er demnächst ein Problem“, sagt er. Keine Warnung, eine Messerspitze.
Das Problem hat ein Gesicht: Es ist der elitär Kreis, der sich die 3. Liga leisten kann. Ob die sportlich gut sind oder nicht, wird dann egal. Die Liga würde zur Geldfrage verkommen, nicht zur Leistung. Cottbus wollte es anders machen, mit einem Etat, „den es in der Liga eigentlich gar nicht gibt“. Jetzt stehen sie vor der Wahl: Traum oder Liquidität.
Die Uhr tickt. Am Samstag jubelten 1.200 Fans in der Lausitz-Arena, am Montag muss der Vorstand unterschreiben. 700 000 Euro oder Saisonende auf Platz zwei. Weilmünster wird nicht jammern, er wird rechnen. Und die Zahl wird lauter sein als jedes Tor.
