Schlotterbeck-poker beim bvb: ricken spricht offen über die zitterpartie

Dortmund bangt um Nico Schlotterbeck. Während die Fans mit den Nägeln knabbern, scheint der BVB-Vorstand unter Druck zu stehen. Ex-Sportdirektor Lars Ricken hat sich nun in der Sport BILD zu Wort gemeldet und die Situation um den gefragten Verteidiger offen beleuchtet – mit überraschenden Einblicken und einer klaren Strategie.

Die vergangenheit als vorbild: rickens eigene vertragsverlängerungen

Ricken erinnert sich an seine eigenen dreimaligen Vertragsverlängerungen beim BVB. Einmal sogar, als die Bayern an ihm interessiert waren! „Damals waren wir die Nummer eins im deutschen Fußball“, so Ricken, „und ein Wechsel wäre gegen meine Überzeugung gewesen.“ Diese Loyalität und Verbundenheit mit dem Verein scheint nun im Kontrast zu Schlotterbecks zögerlichem Verhalten zu stehen.

Doch Ricken zeigt Verständnis: „Ich habe mit Nico gesprochen. Es ist verständlich, dass er sich Zeit nimmt, um zu reflektieren. Das ist bei einem Spieler seiner Klasse nicht ungewöhnlich.“ Ein künstlicher Druck, wie ihn Lothar Matthäus forderte, hält der ehemalige Sportdirektor für kontraproduktiv. „Solange wir im vereinbarten Zeitrahmen liegen, ist alles im grünen Bereich.“

Die neue dynamik: ole book im spiel

Die neue dynamik: ole book im spiel

Die Verpflichtung von Ole Book als neuen Sportdirektor könnte die Karten neu mischen. Der erste Kontakt zwischen Book und Schlotterbeck fand bereits statt, und die drei gemeinsam verbrachten Stunden deuteten auf ein ausführliches Gespräch hin. „Ole hat ihm erklärt, wie er tickt, was seine Ideen sind und wie wir mit dem Kader planen“, so Ricken. Dabei wurden die Vorteile einer Verbleibes von Schlotterbeck im Signal Iduna Park aufgezeigt. Ein offener Dialog, der Hoffnung macht.

Die Frage des Budgets: Der BVB muss im Sommer möglicherweise Spieler verkaufen, um Top-Transfers realisieren zu können. Doch Ricken betont: „Wenn ein Ausnahmespieler perfekt zu uns passt, würden wir auch kreative Lösungen finden – wie damals bei Jude Bellingham.“ Die Verpflichtung des jungen Engländers mitten in der Corona-Krise zeige, dass der BVB auch bereit ist, Risiken einzugehen.

Die suche nach offensivpower und die zukunft von serhou guirassy

Die suche nach offensivpower und die zukunft von serhou guirassy

Die Suche nach einem kreativen Offensivspieler, der die Abgänge kompensiert, ist in vollem Gange. Fisnik Asllani mit seiner Ausstiegsklausel in Hoffenheim wird gehandelt, aber Ricken betont, dass man sich auch nach Alternativen umsehen wird. Besonders die Situation um Serhou Guirassy, dessen Ausstiegsklausel immer wieder neu diskutiert wird, wird genau beobachtet. „Er fühlt sich extrem wohl bei uns, und es gibt kein Bestreben, ihn abzugeben. Ohne ihn stünden wir nicht auf Platz zwei“, so Ricken.

Die Zukunft von Niko Kovac als BVB-Trainer ist derweil gesichert. „Ja, absolut. Er hat uns in die Champions League geführt und die Mannschaft gefestigt“, erklärt Ricken. Mit Ole Book und einem neuen Scouting-Team soll der BVB nun die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft stellen. Die Aufbruchstimmung ist spürbar – ein Zeichen dafür, dass der BVB bereit ist, die Herausforderungen der kommenden Saison anzunehmen.