Scamacca rettet atalanta mit doppelpack vor bayern-gipfel

Atalanta schlief gegen Udinese zweimal ein, wachte aber rechtzeitig auf. Das 2:2 nach 0:2-Rückstand war mehr als ein Remis: Es war eine Standortbestimmung drei Tage vor dem Champions-League-Fight gegen Bayern.

Der plan gasperinis funktionierte erst spät

Der plan gasperinis funktionierte erst spät

Gianluca Scamacca, bislang in dieser Saison eher Joker denn Held, schlug innerhalb von 304 Sekunden zweimal zu. Die Kurve im Gewirr von Beinen war seine erste Antwort, der platzierte Rechtsschuß ins lange Eck die zweite. Plötzlich toste das Gewirr aus Beton und Stahl, das Udinese in der 79. Minute noch für sicher hielt.

Udinese hatte Atalanta mit einem einfachen Rezept geärgert: frühes Pressing, schnelle Umschaltmomente. Thomas Kristensen nutzte einen latenten Black-out von De Roon, Keinan Davis schlug beim Konter eiskalt aus elf Metern ein. Die Orobici wirkten eine Stunde lang wie ein Team, das mit dem Gedanken schon in München ist.

Doch der Serie-Tabellenführer der Moral wachte auf. Scamacca stand nach 75 Minuten da, wo sich Zapata und Muriel zuletzt verloren: zwischen den Innenverteidigern. Sein erster Treffer war ein Statement, der zweite ein Exclamation mark. Die Kurve jubelte, die Bank fiel sich in die Arme, Gasperini ballte nur kurz die Faust – er weiß, dass das Bayern-Spiel eine andere Liga ist.

Die Zahlen sprechen trotzdem Bände: Atalanta bliet ungeschlagen in den letzten fünf Pflichtspielen, hat 10 von 12 möglichen Punkten geholt und klettert auf Rang sieben. Die Champions-League-Playoffs gegen Dortmund (0:2, 4:1) haben offenbar Selbstvertrauen gepflegt, das nun auch in der Liga Früchte trägt.

Für die Bergamaschi geht es am Dienstag nach München, wo in der Allianz Arena ein anderes Tempo wartet. Die Null-Punkte-Startphase gegen Udinese war eine Warnung – aber auch ein Beweis: Diese Atalanta kann auch dann noch gewinnen, wenn sie zunächst verliert.