Deutschland zerlegt norwegen 4:0 und sprintet zur wm 2027

Stavanger klingt ab sofort wie ein Warnschuss vor Brasilien. Deutschlands Fußballerinnen fegten Norwegens prestigeträchtige Auswahl binnen 90 Minuten vom Kunstrasen, buchten den zweiten Sieg im zweiten Quali-Spiel und schoben sich an die Spitze von Gruppe A4. Das 4:0 ist mehr als eine Zahl – es ist ein Statement, dass Christian Wücks Generation nicht erst in zwei Jahren, sondern schon heute bereit ist, die großen Bühnen zu betreten.

Die erste viertelstunde war ein donnerschlag

Elisa Senß jagte den Abpraller zur frühen Führung, und plötzlich stand die Hälfte des Stadions schweigend da. Norwegen, sonst so laut, merkte, dass der Gegner nicht mehr jenes Team ist, das 2023 noch mit zittrigen Knien in die Turniere startete. Dazwischen parierte Ann-Katrin Berger konterreif, hielt mit blutunterlaufenem Auge die Null – und wurde zur unbestechlichen Schiedsrichterin des Spiels.

Die beiden Treffer kurz vor dem Pausenpfiff waren keine Frage des Glücks, sondern der Konsequenz. Carlotta Wamser donnerte die Kugel ins lange Eck, Sekunden später bugsierte Vivien Endemann den Ball zum 3:0 über die Linie. Wer die Uhr beobachtete, sah ein deutsches Team, das die Zeit genauso beherrscht wie den Ball.

Berger, die mauer aus wuppertal

Berger, die mauer aus wuppertal

Nach der Pause kam Norwegens Sturm um Ada Hegerberg zu spät. Jede Flanke landete zwischen zwei deutschen Stiefeln, jeder Dribblingversuch endete an Bergers Handschuhen. Die 34-Jährige zeigte, weshalb sie in England um Titel rätselt: Mit einer Doppelparierte gegen Gaupset und Reiten reflektierte sie den norwegischen Glauben an die Wende. Auf der Gegenseite verwandelte Jule Brand einen Konter zum 4:0, und die restliche Stunde wurde zur Demonstration körperlicher Souveränität.

Christian Wück wechselte durch, gab Jella Veit ihr Debüt, testete Formationen – und sah trotzdem keinen Bruch. Die Bank ist jung, schnell und hungrig. Das ist kein Luxus, sondern eine Drohung für die kommenden Gegner.

Österreich steht vor einem erdbeben

Österreich steht vor einem erdbeben

Am 14. und 18. April gastiert Österreich in Nürnberg und Ried – ohne Punkt, ohne Torschuss, ohne Antwort auf Deutschlands Tempofußball. Für die ÖFB-Frauen wird die doppelte Heimreise zur Zittertour, für Deutschland kann es nur noch darum gehen, Tordifferenz und Moral zu polieren. Wer die Gruppe gewinnt, fährt direkt nach Brasilien; dahinter lauert der Play-off-Strudel.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 9:0 Tore nach zwei Spielen, Platz eins, zwölf verschiedene Torschützinnen in den letzten fünf Länderspielen. Das Durchschnittsalter liegt bei 24,3 Jahren – so jung war keine deutsche Auswahl vor einer Weltmeisterschaft seit 2003. Der Plan lautet nicht mehr „wir bauen um“, sondern „wir bauen ab“ – vom Althergebrachten, von der Angst, von der Vorstellung, Norwegen sei ein Gradmesser.

Die Rechnung ist simpel: Wer in Stavanger souverän gewinnt, der traut sich in São Paulo alles zu. Brasilien 2027 rückt mit jedem Schlag auf dem Kunstrasen ein Stück näher. Die deutsche Mannschaft hat den Takt vorgegeben, jetzt liegt es an den Verfolgern, mitzukommen – oder stehen zu bleiben.