Bayern gegen psg: kompany muss taktisch umdenken – konter die neue schwachstelle?

München – Das Halbfinal-Hinspiel zwischen Paris Saint-Germain und dem FC Bayern war ein Feuerwerk an Toren, ein irres 5:4, das die Nerven strapazierte. Nun, vor dem Rückspiel am Mittwoch, steht Bayern-Coach Vincent Kompany vor einer gewaltigen Aufgabe: Wie bekommt man die Pariser Konter in den Griff? Die Taktik muss angepasst werden, sonst droht die Champions-League-Saison mit einem jähen Ende.

Die abwehr – ein tanz auf dem vulkan

Vier eigene Tore in Paris – das klingt zunächst nach einer guten Ausgangsposition. Doch die fünf Gegentreffer lassen die Bayern-Abwehrreihe in keinem guten Licht dastehen. Es ist kein Geheimnis, dass sowohl Bayern als auch PSG auf eine aggressive Manndeckung setzen. Diese Strategie birgt jedoch Risiken, wie das Hinspiel eindrücklich gezeigt hat. Ein kleiner Fehler, ein verlorener Zweikampf, und schon steht die gegnerische Mannschaft vor dem Tor. Die Offensivqualität auf beiden Seiten macht das Spiel zur Lotterie.

Jonathan Tah, Bayerns Verteidiger, betonte nach dem Hinspiel, dass die Mannschaft nicht von ihrem Pressing abweichen werde. „Es macht keinen Sinn, dass wir daran etwas ändern. Wir wollen attraktiven und offensiven Fußball spielen.“ Ein Lob, das gleichzeitig die Herausforderung unterstreicht: Die Bayern wollen ihrem Spiel treu bleiben, müssen aber gleichzeitig die Defensive stabilisieren.

Konterabsicherung: die neue stellschraube

Konterabsicherung: die neue stellschraube

Hier scheint Kompany doch an der einen oder anderen Schraube drehen zu müssen. Die Konter der Pariser waren im Hinspiel brandgefährlich. Eine mögliche Lösung: Die Außenverteidiger anders zu positionieren. Bisher agieren sie sehr offensiv und schalten sich ins Angriffsspiel ein, oft sogar in Positionen, die man eher von Achtern kennt. Um die Konter besser zu unterbinden, könnte Kompany anordnen, dass nur einer der beiden Außenverteidiger mit nach vorne geht. Spielen die Bayern über links, sichert der rechte Außenverteidiger ab, und umgekehrt. Das würde eine Art Dreierkette im Defensivbereich erzeugen und den Parisern weniger Räume für schnelle Angriffe lassen.

Eine weitere Option wäre es, einen Außenverteidiger in Ballbesitz vor die Abwehrkette zu ziehen. Hier könnte Konrad Laimer, der eigentlich Sechser ist, eine wichtige Rolle spielen. Er wäre sofort im Gegenpressing und könnte die schnellen Angreifer von Paris wie Vitinha einengen. Laimer bringt eine andere Dynamik und Härte ins Spiel als beispielsweise Kimmich oder Pavlovic.

Mehr abschlussqualität als konterwelle?

Mehr abschlussqualität als konterwelle?

Neben den taktischen Anpassungen in der Abwehr gibt es noch ein weiteres, probates Mittel: Mehr Torgefahr im eigenen Spiel. Die Bayern müssen im Rückspiel häufiger zum Abschluss kommen, sei es durch Schüsse aus der Distanz oder durch Flanken in den Strafraum. Vielleicht greift der Rekordmeister vermehrt zu langen Bällen hinter die Kette. Selbst wenn diese nicht direkt zu einem Tor führen, können sie die gegnerische Abwehr beschäftigen und die Konterabsicherung der Pariser vor Probleme stellen. Oftmals müssen die Verteidiger in Richtung des eigenen Tores laufen, und die zweiten Bälle können dann von Musiala und Co. genutzt werden.

Die Bayern müssen die Anzahl und Gefahr der PSG-Konter minimieren. Eine verstärkte Konzentration auf die Absicherung wird nicht zu Lasten der offensiven Qualität gehen. Mit etwas mehr Vorsicht und Fokus auf die Defensive reicht womöglich auch weniger als vier eigene Tore, um das Weiterkommen zu sichern.