Thw kiel im final4: erleichterung und frust nach dramatischer verlängerung
Kiel – Jubel und Enttäuschung lagen nach dem dramatischen Sieg des THW Kiel gegen RK Nexe Nasice (34:29 nach Siebenmeter) in der Handball Bundesliga Liga (HBL) nur wenige Zentimeter auseinander. Der Einzug ins Final4 der EHF European League ist zwar perfekt, doch Trainer Filip Jicha brodelte nach dem hart erkämpften Erfolg vor allem wegen eines einzigen, vermeidbaren Fehlers.
Die last der intensiven phase
Die Zebras hatten im Hinspiel noch mit 30:33 das Nachsehen müssen und waren nun auf einen deutlichen Sieg angewiesen, um die Chance auf das Finalturnier in Köln zu wahren. Trainer Jicha sprach nach der Partie von einer „wirklich intensiven Phase“ im Handball-Leben seiner Spieler, die sich in den letzten Wochen deutlich bemerkbar mache. Die Bundesliga-Bilanz der letzten fünf Spiele sprach Bände: Nur ein Sieg, Patzer gegen Kellerteams wie Wetzlar und Leipzig. Die Personalsituation tat ihr Übriges: „Ich habe heute im Grunde mit sechs, sieben Spielern durchgespielt“, klagte Jicha, der sich dafür aber über das Comeback von Eric Johansson freuen konnte, der seine Klasse mit zehn Treffern unter Beweis stellte.
Der Rückkehrer Johansson selbst betonte nach dem Spiel die Nervenstärke seiner Mannschaft: „Am Ende gewinnen wir dann nervenstark die Lotterie Siebenmeterwerfen.“ Und genau diese Lotterie hatte sich erst durch einen fatalen Fehler in der letzten Sekunde ergeben.

Handballgott war nicht auf kiels seite
Es war der letzte Treffer der Kroaten, der für das Siebenmeterwerfen sorgte. Andreas Wolff parierte zwar, doch der Nachwurf kullerte unglücklich ins Netz. „Wenn ich dieses Tor in der letzten Sekunde sehe: So etwas habe ich wirklich noch nicht erlebt“, schimpfte Jicha sichtlich frustriert. „Wir spielen mit Emotionen, Leidenschaft, vergeben dann große Chancen und bekommen diesen Ausgleich.“ Er sprach von einer fehlenden Portion Glück, einem Mangel, den er mit einem Augenzwinkern dem „Handballgott“ zuschrieb.
Der Sieg war für das Team immens wichtig, nicht nur sportlich, sondern vor allem auch mental. „Der Erfolg tat gut, weil wir in den vergangenen Wochen einige Downs hatten“, sagte Johansson. „Aber wir haben heute abgeliefert – gegen alle Widrigkeiten.“
Tin Lucin, der Trainer von RK Nexe Nasice, zeigte sich trotz der Niederlage angetan: „Es können nicht viele Mannschaften in Europa von sich behaupten, Kiel in 120 Minuten so gefordert zu haben.“ Und er fügte hinzu: „Am Ende entscheidet dann die Lotterie – aber ich bin stolz auf meine Mannschaft.“
Die kommenden Aufgaben für den THW Kiel sind enorm. Das Final4 in Köln ist zwar erreicht, doch dort gilt es, sich gegen die stärksten Teams Europas zu behaupten. Und Filip Jicha muss dafür sorgen, dass seine Mannschaft nicht nur kämpferisch überzeugt, sondern auch die nötige Portion Glück an ihrer Seite hat.
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