Füchse berlin am abgrund: kann veszprem gerettet werden?
Die Luft in Berlin ist zum Schneiden dick. Die Füchse Berlin müssen heute Abend im Viertelfinal-Rückspiel der EHF Champions League gegen Veszprem HC alles oder nichts riskieren, um ihre Final4-Träume am Leben zu erhalten. Nach der knappen Niederlage im Hinspiel steht der Fuchsbau unter enormem Druck – eine Aufgabe, die selbst die erfahrensten Handballer vor eine Zerreißprobe stellt.
Die ungarische macht: veszprems star-ensemble
Veszprem ist kein gewöhnlicher Gegner. Der ungarische Rekordmeister präsentiert sich mit einem Kader, der auf jeder Position internationale Klasse aufweist. Besonders im Tor stellen Mikael Appelgren und Rodrigo Corrales ein Duo, das in der europäischen Handball-Elite seinesgleichen sucht. Appelgren bewies im Hinspiel eindrucksvoll seine Klasse und deutete an, dass er auch mit 36 Jahren noch in der Lage ist, entscheidende Impulse zu setzen.
Offensiv stechen Hugo Descat und Yanis Lenne hervor, beide französische Europameister von 2024. Descat, der beste Torschütze Veszprems in diesem Wettbewerb, erzielte im Hinspiel acht Treffer, während Lenne fünf Tore beisteuerte. Das Zusammenspiel mit Bjarki Mar Elisson, einstiger HBL-Torschützenkönig und Ex-Fuchs, macht die Angriffsreihe der Ungarn noch unberechenbarer.
Doch Veszprem ist mehr als nur individuelle Klasse. Die Stärke liegt im Kollektiv. Ivan Martinovic, erst im Sommer von den Rhein-Neckar Löwen an den Balaton gewechselt, dominierte im Hinspiel mit acht Toren und kompensierte den Ausfall von Nedim Remili. Ahmed Hesham sorgt mit seiner Wurfgewalt aus dem Rückraum für zusätzliche Gefahr, während Yehia El-Deraa und Luka Cindric, letzterer dreimaliger Champions-League-Sieger, mit ihren herausragenden Eins-gegen-Eins-Qualitäten und dem Blick für den Kreisläufer das Spiel noch flexibler gestalten.
Die Füchse stehen vor einer Mammutaufgabe. Ein kompaktes Abwehrbollwerk und ein Dejan Milosavljev in Topform werden benötigt, um die wurfvariable Offensive von Veszprem zu neutralisieren. Die Berliner müssen cleverer verteidigen und im Angriff konsequenter agieren, wenn sie die Chance auf das Final4 nutzen wollen. Die letzten fünf Duelle endeten alle mit einem Tor Unterschied – ein Zeichen für die Spannung und die ausgeglichenen Kräfteverhältnisse. Diesmal benötigen die Füchse aber zwei Tore mehr.
Die Bilanz aus der Gruppenphase lässt zwar hoffen, in der die Füchse Veszprem bereits zweimal besiegten, doch das heutige Spiel ist eine völlig neue Situation. Die Berliner müssen ihre Lehren aus dem Hinspiel ziehen und ihre Leistung auf ein neues Level heben, um den ungarischen Giganten Paroli zu bieten. Es wird ein Kampf auf Messers Schneide – ein Handball-Spektakel der Extraklasse.

Die stunde der füchse ist gekommen
Die Fans in Berlin dürfen sich auf ein packendes Duell freuen. Die Füchse haben alles zu verlieren und werden bis zur letzten Sekunde an sich selbst glauben. Ob es reicht, um Veszprem vom Platz zu weisen und das Final4 zu erreichen, wird die Stunde zeigen. Ein Sieg ist nicht nur möglich, sondern notwendig – ein Appell an die Berliner Mannschaft: Zeigt, wer hier der Boss ist!
