Sassuolo zerbricht in mailand: nur volpato taucht auf, lucumì und vitik spielen wie aus einem guss

15. März 2026, San Siro. Die Uhr schlägt 17:59, und die neroverdi sind schon längst abgestürzt. Beim 0:3 in Mailand rettet für Sassuolo nur ein Name die Ehre: Matteo Volpato. Der 19-jährige Flügelmann riss drei Gegner aus dem Konzept, sprintete 62 Meter in einem Stück und traf den Pfosten – das war’s, mehr Licht gibt es nicht im dunklen Säulengang der Gäste.

Dafür lieferten die rossoblù ein Lehrstück in Verteidigungskunst ab. Lucumì und Vitik standen nicht einfach nur gut, sie spielten wie ein einziger, langbeiniger Schatten. Zweikampfquote: 86 %. Passgenauigkeit: 93 %. Kein Ball ging durch, kein Nerv zuckte. „Wenn die beiden so weitermachen, können wir den Europacup schon mal planen“, sagte Eusebio Di Francesco mit einem trockenen Lächeln, das mehr Selbstvertrauen als Worte ausdrückte.

Die szene, die alles erklärt

Die szene, die alles erklärt

58. Minute, noch 0:0. Berardi schlägt einen Diagonalball in den Lauf von Laurienté, die Kurve atmet schon den Ausgleich. Doch Lucumì setzt nach, Vitik räumt hinten ab. Sekundenbruchteile später leitet Lucumì den Konter ein, der zum 2:0 führt. Ein Bild für die Geschichtsbücher: zwei Abwehrspieler, ein Gedanke.

Sassuolo dagegen wirkt wie ein Puzzle, bei dem die Eckstücke fehlen. Dionisi stellt um auf Dreierkette, bringt Thorstvedt für defensive Stabilität – nichts hilft. Die Statistik nagelt sie ans Kreuz: nur zwei Torschüsse aus dem Spiel heraus, 34 % Ballbesitz, keine Ecke in Halbzeit zwei. „Wir haben vergessen, wie man Druck aufbaut“, sagte der Coach nach Abpfiff, seine Stimme klang wie ein Reifen, der die Luft verliert.

Der Abstand zum rettenden 15. Platz wächst auf sieben Punkte. Die Zeit wird knapp, der Glauben kleiner. Und während in Mailand die Lichter langsam ausgehen, flackert in Reggio Emilia bereits die nächste Alarmmeldung auf: Nachstes Wochenende wartet Atalanta.