Drei mann aus, spiel unterbrochen: luzern vs. winterthur wird zur schlacht
Die Swiss-Super-League-Partie zwischen dem FC Luzern und dem FC Winterthur mutierte am Samstagabend zu einem Krankenhaus auf Rasen: Noch vor der 60. Minute mussten drei Profis verletzt vom Feld getragen werden – ein Bild, das selbst erfahrene Mediziner ins Stolpern bringt.
Arnold trifft es zuerst, freimann folgt sofort
Der erste Schock kam in der 37. Minute. Winterthurs Abwehrchef Remo Arnold kollidierte mit einem Gegenspieler, der Ellbogen landete mitten im Gesicht. Blut, gebrochene Nase, Auswechslung. Noch während der Sanitäter bandagierte, riss es Minute 42 den 21-jährigen Innenverteidiger Bung Meng Freimann von den Beinen. Pajtim Kasami setzte zum Fallrückzieher an, Freimann verpasste die Flugbahn, traf stattdessen den Kopf des Luzerners. Zwei Zentimeter höher und es wäre eine Kieferfraktur gewesen; so blieb es bei Platzwunde und Schwindel.
Die Winterthurer Bank reagierte mit einer Umstellung auf 5-3-2, weil plötzlich kein erfahrener Innenverteidiger mehr auf der Ersatzbank saß. Luzern nutzte die Verunsicherung, erhöhte das Tempo, doch die Gäste verteidigten mit Mann und Maus – oder besser: mit dem, was noch gehen konnte.

Burkart wird zum dritten opfer
Kurz nach Wiederanpfiff dann der nächste Knall. Nishan Burkart, gerade zum zwischenzeitlichen 1:2 getroffen, wurde von Kelvin Owusu am Sprunggelenk erwischt. Der Videoassistent schaute sich die Szene an, entschied auf Freistoß, doch Burkart konnte nicht weitermachen. Drei Wechsel wegen Verletzung – das gab es in der Super League zuletzt 2019, damals im Spiel Sion gegen Thun.
Die Unterbrechungen häuften sich, der vierte Offizielle zeigte sieben Minuten Nachspielzeit an. Luzern warf alles nach vorne, Winterthur konterte nervös. Am Ende blieb der 1:2-Auswärtssieg für Winterthur bestehen, doch die Schlagzeilen gehören den Verletzten.
Die Liga wird die Szenen prüfen, besonders die Grätsche gegen Burkart. Für Winterthur droht neben dem personellen Engpass auch eine Sperre für Owusu. Luzerns Sportchef Bernt Haas sprach nach dem Spiel von „einem Pyrrhussieg für die Schweizer Fussball-Ästhetik“. Und er fügte hinzu: „Wenn wir so weitermachen, brauchen wir bald ein zweites Lazarett statt eine Ersatzbank.“
