Santiago-trauma: hanfmann verspielt finale und bleibt ohne titel

Yannick Hanfmann schafft es wieder nicht. Der 34-jährige Sand-Experte verliert das ATP-Finale von Santiago de Chile gegen Luciano Darderi mit 6:7, 5:7 und wartet nach 13 Jahren Profikarriere weiter auf seinen ersten Tour-Sieg. Die Frage ist nicht mehr, ob er je einen Titel holt, sondern ob er noch eine Chance bekommt.

Drei finals, drei niederlagen – das hanfmann-syndrom

Das Muster wiederholt sich. 2017 in Gstaad, 2020 in Kitzbühel, jetzt 2026 in Santiago: jedes Mal Sand, jedes Mal Außenseiter, jedes Mal K.o. Gegen Darderi, Rang 21 der Welt, führt Hanfmann im Tiebreak 6:5, dann schlägt er eine Rückhand ins Netz. Im zweiten Satz bricht er beim Stand von 5:5 seine Aufschlagserie. Die Zuschauer im Estadio Nacional verstummen, als der Italiener den Matchball mit einem platzierten Vorhand-Winner verwandelt.

Die Statistik nagt an ihm: 0:3 in ATP-Endspielen, 0:9 gegen Top-30-Spieler auf Sand seit 2024. Doch die Woche in Chile war kein Totalverlust. Im Halbfinale schaltet er Top-Setz Francisco Cerúndolo aus, was ihm 165 Rankingpunkte und 62.115 Dollar einbringt. Er rutscht von Platz 81 auf 65 vor – seine beste Position seit drei Jahren.

Indian wells droht das nächste abenteuer

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Schon am Montag geht es für ihn nach Kalifornien, wo er in die Qualifikation zum Masters muss. Hartplatz, keine Sandkörner, keine Geduld. Hanfmann muss drei Matches in 48 Stunden gewinnen, sonst fliegt er zurück nach Karlsruhe – ohne Punkte, ohne Plan. Sein Coach Philipp Petzschner kündigt an: „Wir schauen nicht zurück. Wer sich in Santiago fragt, warum das Finale wieder wegrutscht, wird in Indian Wells nicht auftauchen.“

Die Uhr tickt. In zwölf Monaten wird Hanfmann 35. Die Next-Gen-Recken sind 15 Jahre jünger, ihre Beine frischer, ihre Schultern lockerer. Trotzdem schlägt er weiter auf, weil er nichts anderes kann. Wer ihm zuhört, hört keine Klage: „Ich habe mir diese Woche bewiesen, dass ich noch mithalten kann. Der Titel wird kommen – oder er wird nicht kommen. Aber ich werde nicht aufhören, nur weil drei Finals nicht gereicht haben.“

Die Frage ist nur, wie viele Finals ihm noch bleiben. Die Antwort lautet: höchstens noch eine Handvoll.