Inter zerstört die serie a: chivus 14 von 15 siegen seit milan-pleite – jetzt droht dem derby-k.o.

Ein einziger Schock reichte. Seit dem 1:2 im Derby gegen Milan am 21. September hat Inter unter Cristian Chivu 14 von 15 Pflichtspielen in der Serie A gewonnen. Die einzige Ausnahme: ein 1:1 in Neapel, in der 95. Minute Pfosten statt Siegtreffer. Am Sonntag, 17.00 Uhr im Giuseppe-Meazza, kann der Rumäne die Meisterschaft schon vorzeitig mit einem weiteren Dreier gegen genau jene Rossoneri perfekt machen – und Mourinho folgen, der 2010 als letzter Coach den Scudetto im ersten Jahr holte.

Die wende kam mit pulisic und calhanoglu

Der Befreiungsschlag war kein taktisches Meisterwerk, sondern ein kollektiver Ekel. Fehler vor dem 0:1, verschossener Elfmeter zum Ausgleich, danach lag Inter außerhalb der Champions-League-Ränge. „Wir haben verstanden, dass wir am Limit waren“, sagt Chivu. Seit dem 24. November surfen seine Spieler auf einer Welle, die selbst Analytiker sprachlos macht: 67 Punkte nach 27 Spielen – Rekord für einen Debüt-Trainer bei den Nerazzurri.

Die Zahlen sind schonungslos: acht Siege in Folge, 25 Tore in den letzten sieben Liga-Parten, nur zwei Gegentore seit Jahresbeginn. Hinter den Kulissen schlug Chivu zwei Fliesen ein: Tempo-Training ohne Ball, um die Umschaltmomente zu verkürzen, und Videokurzzusammenschnitte von Gegner-Angriffen, maximal 45 Sekunden lang – die Spieler nennen es „Horror-Loops“. Effekt: Die Abwehr rückt zwei Meter vor, Milan und Napoli laufen unentwegs in Abseitsfallen.

Die Kritik, Inter profitiere von der Schwäche der Konkurrenz, lässt er abprallen wie ein Tennisball gegen die Wand. „Wer sagt, wir seien nur Luft, soll die Tabelle ausdrucken und sich die Punkte streichen“, schimpste er nach dem 2:0 gegen Genua. Tatsächlich beträgt der Vorsprung auf die Rossoneri bereits zehn Zähler – bei acht Spieltagen Restsaison. Selbst bei einer weiteren Derby-Niederlage hätte Inter noch Polster.

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Die Champions-League-Pleite gegen Bodo/Glimt nagt. Chivus Antwort: Er setzt die Ausscheidung als Brandbeschleuniger. „Wir wollten international mehr, deshalb müssen wir national alles holen“, sagte er im Sky-Mikro und meinte damit nicht nur den Scudetto, sondern auch das Coppa-Italien-Halbfinale gegen Bologna. Kein Inter-Coach seit Mourinho durfte im Mai noch auf zwei Titel hoffen.

Milan-Coach Stefano Pioli kennt die Statistik: Sechs der letzten sieben Derbys ging an seinen Klub, doch die jüngste Bilanz lügt: vier Niederlagen, zwei Remis, 5:12 Tore. „Wir haben die Rechnung offen“, sagt er, aber die Lautstärke seiner Worte wird übertönt von Inter-Anhangs Choreo-Plänen: 70.000 Kartons, auf denen „14/15“ steht – eine Ohrfeige für die Rivale.

Spieltag eins nach dem Point-Break, das ist die Devise in der Kabine. Chivu erlaubt sich keinen Tag Pause, trainiert mit der U-19, um Nachwuchs-Linksverteidiger Valentin Carboni auf links zu testen – ein Seitenhieb auf Dimarco, dessen Laufleistung in der Rückrunde um 7 % sank. Die Drohung sitzt: Wer nicht sprintet, fliegt.

Am Sonntag entscheidet sich, ob Inter die Meisterschaft in die neue Woche retten kann – oder Milan die Saison doch noch verlängert. Die Wettquoten nennen Inter Favorit bei 1,45. Doch der Trainer warnt: „Der Titel wird nicht in der Tabelle gewonnen, sondern im Kopf.“ Nach 14 Siegen in 15 Spielen dürfte dieser Kopf ziemlich leer sein von Zweifeln.