Chaibi schockt freiburg nach 42 sekunden: frankfurt erwacht aus dem tiefschlaf
Die Eintracht hat ihre Selbstfindungsphase vorzeitig beendet. Mit einem 2:0 gegen den direkten Konkurrenten SC Freiburg riss Frankfurt die Serie von acht sieglosen Partien und schob sich zugleich an den Breisgauern vorbei auf Rang neun – dank eines Einwechslers, der binnen einer Minute für die Vorentscheidung sorgte.
Riera entzaubert das vogelwilde eintracht-spiel
Was für ein Unterschied vier Wochen machen können. Noch Anfang Februar wirkte die Adlertruppe wie ein offenes Fenster im Sturm: 17 Gegentore in sieben Partien, keine Zuordnung, kein Plan. Dann übernahm Albert Riera – und plötzlich steht eine Defensive, die in vier Spielen nur viermal den Ball aus dem Netz zog, drei davon in München. Gegen Freiburg ließ die Hintermannschaft kein einziges Mal Großchance zu, Christian Günter und Co. fanden über die Außen keen Durchkommen.
Der Schlüssel: klare Räume, klare Rollen. „Der Trainer gibt uns Lösungen, nicht nur Parolen“, sagte Robin Koch. „Wir wissen, wer wann welche Zone deckt.“ Das klingt nach Basics, war es aber nicht. Unter dem Vorgänger schwankte die Eintracht zwischen Manndeckung und Raumdeckung, zwischen Pressing und Rückzug – und landete im Niemandsland. Riera setzt auf ein gemischtes 4-2-3-1 mit festen Verantwortlichkeiten, das schon gegen Augsburg und Mainz Ansätze zeigte, nun aber erstmals über 90 Minuten funktionierte.

Chaibi und bahoya liefern den beweis für die neue tiefe
42 Sekunden brauchte Farès Chaibi, um sich als Matchwinner zu empfehlen. Die Idee, ihn für Hugo Ekitiké zu bringen, entstand nicht aus Verzweiflung, sondern aus Kalkül: „Wir wollten mit zwei echten Außen die Halbräume öffnen“, erklärte Riera. Chaibi schlug direkt ein, Bahoya profitierte 17 Minuten später. Beide Tore entstanden nach mustergültig herausgespielten Überzahlsituationen – genau die Effizienz, die Frankfurt monatelang fehlte.
Die Zahlen sprechen für sich: Vor Riera kam die Eintracht in 16 Bundesligaspielen auf 18 Treffer, seit dem Trainerwechsel sind es sechs in vier Partien – bei gleichzeitig besserer xG-Bilanz. Das sagt mehr als jedes Schlagwort über die Wirkung des Spaniers.

Santos-verletzung trübt den erfolg – und warnt für die wochen danach
Der einzige Wermutstropfen: Torhüter Kaua Santos musste nach einem Zusammenprall mit Lucas Höler ausgewechselt werden, erste Untersuchungen lassen einen Bänderriss vermuten. Kevin Trapp rückt wohl früher als gedacht zurück zwischen die Pfosten – und genau darin liegt die größte Baustelle. Denn der kommende Gegnerkreis liest sich wie das Who-is-Who der Abstiegszone: St. Pauli, Heidenheim, Mainz, Köln, Wolfsburg. „Diese Spiele entscheiden die Saison“, warnte Markus Krösche. „Wir haben null Punkte geschenkt bekommen.“
Frankfurt kann also jubeln, aber nicht durchatmen. Der Sieg gegen Freiburg war ein Statement, mehr nicht. Die Antwort auf die Frage, ob die Eintracht tatsächlich wieder da ist, folgt zwischen März und Mai – dann wird sich zeigen, ob Riera nicht nur ein System, sondern eine neue Mentalität verankert hat. Die Fans singen schon, die Mannschaft nickt. Die Realität kommt am Samstag in Hamburg.
