Sané kassiert türkisches feuer: gala-vize fordert stammplatz für wm 2026
Leroy Sané darf wieder hoffen. Während deutsche Kommentatoren seine Körpersprache sezieren, schmettert Galatasaray-Vize Abdullah Kavukcu eine Ansage nach oben: „Er muss Stammspieler bei der WM sein.“ Der Satz fällt mitten in die Krisenstimmung um den DFB-Star, der in der Champions-League-Runde gegen Liverpool nur 45 Minuten spielte und seit Wochen um einen Stammplatz kämpft.
„Der leroy, den wir kennen, macht nur witze“
Kavukcu lacht, als er die deutschen Vorwürfe hört. „Wir können die Vorurteile überhaupt nicht bestätigen“, sagt er im Gespräch mit der Sport Bild und schüttelt den Kopf. Stattdessen beschreibt er einen Mann, der Nachwuchsspieler anschubst, im Training paukt und die Kabine mit Gags aufheitert. „Wir lachen eigentlich die ganze Zeit nur mit ihm.“ Die Szenerie wirkt wie ein Gegenentwurf zum Bild, das sich in Deutschland gezeichnet hat: kopfloser Ballverlust, Schultern hängend, Weg zum Auswechseln.
Sanés Einfluss reicht weiter. Intern gilt er als Scout, der das Management beeinflusst. Beispiel: Sacha Boey. Der Franzose kehrte im Winter nach Istanbul zurück, weil Sané ihn empfohlen hatte. Beide hatten sich bei Bayern München 2024/25 die Klinke in die Hand gegeben. Kavukcu: „Wir haben bei der Rückholaktion nach Leroys Meinung gefragt. Er gab Tipps – und traf den Nagel auf den Kopf.“

Trikotverkauf nur hinter osimhen und icardi
Zahlen sprechen für Sané. In 35 Pflichtspielen stehen sechs Tore und acht Assists. Statistiker werten das als Abstieg, Kavukcu als Neuanfang. „Der Transfer zu Gala war kein Rückschritt“, betont er und zählt auf: Auswärtsfans in Europa, Atmosphäre, die selbst Bayern nicht bieten kann, Trikotverkauf auf Platz drei hinter Victor Osimhen und Mauro Icardi. Die Botschaft: Der Spieler ist angekommen – und beliebter als je zuvor.
Die Türkei als WM-Sprungbrett? Kavukcu will nicht nur Sanés Ego streicheln, er will ihn nach Nordamerika lotsen. „Seitdem Leroy bei uns ist, redet er nur über die WM. Er lebt dieses Ziel Tag für Tag.“ Für Bundestrainer Julian Nagelsmann könnte das ein Argument sein – oder ein Warnsignal. Denn wenn Sané in der Bundesliga nicht durchstartet, aber in Istanbul Fenerbahçe den Meistertitel wegschnappt, lautet die Frage: Wie viel Risiko ist der DFB bereit einzugehen?
Die Antwort bekommt Sané in den nächsten Monaten. Gala will die Meisterschaft, der Spieler will die WM. Kavukcu hat schon mal das Kofferlabel geschrieben: „Er muss dabei sein.“ Ob Nagelsmann unterschreibt, entscheidet sich nicht in der Kabine von Istanbul, sondern auf dem Rasen von Katar 2026. Dort will Sané nicht mehr nur Witze machen, sondern Tore.
