Rothfuss und schmiedt schwingen schwarz-rot-gold zum letzten mal

Cortina d’Ampezzo – Nach elf Tagen voller Schnee, Adrenalin und Tränen schlägt Deutschland bei den Paralympics in Italien den letzten Ton an. Die Fahne tragen Andrea Rothfuss und Christian Schmiedt, zwei Athleten, die längst mehr sind als Startnummern im System.

Rothfuss, 36, fuhr viermal ins Ziel, landete viermal auf Rang vier – und doch wirkt sie, als hätte sie gewonnen. „Noch ein zweites Mal die Fahne tragen zu dürfen bei meinen letzten Spielen, ist einfach unbeschreiblich“, sagt die Skirennläuferin, deren Depression vor gut einem Jahr alles infrage stellte. Sotschi 2014 hatte sie schon einmal vornweg getanzt; jetzt, beim Abschied, darf sie das Schwarz-Rot-Gold wieder schwingen – als Symbol für Rückkehr statt Rücktritt.

Schmiedt plant keine träne, sondern eine welle

Schmiedt plant keine träne, sondern eine welle

Christian Schmiedt, 37, einziger deutscher Para-Snowboarder, fährt seit Jahren gegen Windmühlen. Neunter im Cross, zehnter im Banked Slalom – Zahlen, die ihn kalt lassen. „Ich werde die Fahne ordentlich schwingen“, verspricht er und klingt dabei wie ein Mann, der weiß, dass sich Olympia nicht nur über Medaillen definiert. Boykott wie bei der Eröffnung? Fehlanzeige. Im Curling-Stadium von Cortina dürfen diesmal alle ran, die noch stehen – oder sitzen.

Die Show beginnt Sonntag um 20.30 Uhr. Für Rothfuss ist es der letzte Bogen, für Schmiedt vielleicht nur die Halbzeit. Deutschland schickt keine Sieger, sondern zwei Kämpfer ins Licht – und genau das macht die Geschichte groß.