Silber trotz sturz: deutsche para-staffel schlägt zurück und verpasst gold nur um sekunden
10 Kilometer pure Nerven. 4 x 2,5 km Staffel. Ein Sturz nach 200 Metern. Und am Ende steht Silber für Deutschland – nur fünf Sekunden hinter China, 34 vor Norwegen. Die offene Langlauf-Staffel der Paralympics 2026 liefert das bisher dramatischste Rennen der Spiele.
Sturz, solo, sprint: theo bold startet trotz guide-panne
Der Funken war schon vor dem ersten Ton. Theo Bold und Bruder Jakob rutschten gleichzeitig weg – Jakob fiel, Theo fuhr allein. „Ich hab nur gerufen: ‚Los Theo, zieh!‘“, sagt Jakob später. Der Sehbehinderte hielt die Führungsline, kam als Zweiter mit 1,1 Sekunden Rückstand rein und schob die Druckmaschine an.
Sebastian Marburger nahm den Stab, setzte den Sitzski auf 65 km/h Spitze und erstmals lag Deutschland vorn. Der 28-Jährige bügelte die 22 Sekunden heraus, die Linn Kazmaier mit Guide Florian Baumann nur noch verwalten musste. Doch China schaltete einen Gang höher, der Vorsprung schmolz auf unter eine Sekunde.

Letzte runde: marco maier vs. yu shuang – gold entscheidet sich auf den letzten 50 metern
Marco Maier musste die chinesische Aufholjagd stoppen. 50 Meter vor dem Ziel war er noch dran, dann setzte Yu Shuang zum Endspurt an. „Ich hatte keine Antwort mehr“, gibt Maier zu. Die Uhr stoppte bei +5,4 Sekunden – Silber, aber mit dem Geschmack von fast Gold.
Die deutsche Staffel liefert das vierte Ski-Medaille dieser Spiele. Damit zieht der DBS im Medaillenspiegel mit 7 Gold, 9 Silber, 5 Bronze an Norwegen vorbei. Und verleiht dem Sonntag in Tesero eine neue Devise: Umfallen ist erlaubt – Aufstehen ist Pflicht.
