Rhein-neckar löwen landen schweizer blitztalent – vater spielte schon für deutschland
Niclas Mierzwa wechselt 2026 nach Mannheim. Der 19-jährige Flügelspieler erzielt in der Schweiz im Schnitt zwei Tore pro Spiel – und tritt das Erbe von David Móré an. Sein Vater Alexander lief einst für den DHB auf, doch der Sohn schlug den deutschen Interessenten aus. Ein Vorgang, der im Verband stört.
Uwe gensheimer lockt mit „gelbem trikot“ und entwicklungsperspektive
Die Verhandlungen dauerten weniger als eine Woche. Pfadi Winterthur musste nicht einmal überbieten, der Spieler wollte weg. „Die HBL ist seit meinem 14. Lebensjahr Traumziel“, sagt Mierzwa, der in dieser Saison bereits 130 Treffer für Winterthur erzielt hat – nur vier Akteure der Swiss League sind effizienter. Für die Rhein-Neckar Löwen ist das Transferfenster 2026 damit schon jetzt geschlossen. Tim Nothdurft und Mierzwa bilden künftig die Doppelführung links außen.
Maik Machulla spricht von „jugendlichem Feuer“, Sportchef Gensheimer lobt „Treffsicherheit mit Respekt“. Beide wissen: Sie haben einen Spieler geholt, der in der U18-EM 46 Tore schoss und in der A-Nationalmannschaft der Schweiz bereits zwei Kurzeinsätze sammelte. Die deutsche Option ist damit endgültig vom Tisch – zum Ärger des DHB. „Natürlich schauen wir hin“, sagt Ingo Meckes, „aber die Jungs sind in der Schweiz groß geworden.“

Pfadi winterthur verdient mit – und mierzwas schwester könnte folgen
Winterthur-Trainer Goran Cvetkovic nimmt es gelassen: „Wir wollen Spieler für Europa fit machen, nicht für die Reservebank.“ Die Ablöse liegt laut Vereinskreisen im mittleren sechsstelligen Eurobereich – ein Betrag, der in der Schweiz ein halbes Jugendbudget finanziert. Und es könnte nicht der letzte Abgang sein. Lauryn Mierzwa, 17, Mittelblockspielerin und ebenfalls deutsche Staatsbürgerin, steht bei europäischen Top-Clubs auf dem Zettel. Die Familie Mierzwa wird also noch öfter für Schlagzeilen sorgen.
Mit 1,86 Metern ist Niclas nicht der längste Linksaußen, aber einer der schnellsten. Seine Sprungwerte liegen bei 98 cm – das reicht, um über jeden Abwehrriegel zu zielen. In Mannschaftspräsentationen wird er sich deshalb gern als „Killerlinks“ bezeichnen. Die Fans der Löwen haben bereits ein Fahndungsplakat kreiert: „Mierzwa – 119 Tore, 0 Kompromisse.“
Ende Juni 2026 packt er die Koffer. Dann steht er im SAP-Arena-Tunnel, hört den Löwen-Ruf und weiß: Der Schritt in die stärkste Liga der Welt ist kein Experiment, sondern eine Selbstverständlichkeit. Und der DHB? Der muss sich mit Spielern begnügen, die nicht so schnell waren wie die Schweiz.
