Wuppertaler sv: abstiegskampf und fortuna-effekt – ist das ende nah?
Der Wuppertaler SV steht vor dem wohl brisantesten Saisonendspurt der Regionalliga West seit Jahren. Während der sportliche Abstiegskampf um die 15. Position dramatisch genug ist, könnte die Situation durch das Ergebnis des Zweitligisten Fortuna Düsseldorf zusätzlich verkompliziert werden – ein Szenario, das Trainer Mike Wunderlich jedoch strikt ignorieren möchte.
Vier punkte und 19 tore: ein balanceakt zwischen hoffnung und realität
Zwei Spieltage vor Saisonende trennen den WSV lediglich vier Punkte und ein Torverhältnis von 19 Toren vom rettenden Ufer. Doch die Hoffnung auf den Klassenerhalt hängt an einem seidenen Faden, denn ein Szenario ist denkbar, in dem der Abstieg Fortunas aus der zweiten Liga den WSV in die Oberliga Niederrhein spülen würde. Die Logik ist brutal: Steigt Fortuna ab, müsste die U23 ebenfalls absteigen, was dem WSV den Weg ins Unterhaus ebnen würde. Ein Rechenspiel, das Wunderlich jedoch nicht kommentieren will.

Fokus auf die eigene leistung: „wir wollen gewinnen“
„Fakt ist, wir haben noch eine Chance, uns sportlich zu retten und unsere aktuelle Platzierung zu verteidigen“, betonte Wunderlich vor dem Auswärtsspiel in Düsseldorf. Er fordert von seinem Team, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: „Es ist unser Ziel, die beiden verbleibenden Spiele gegen Düsseldorf und den Bonner SC zu gewinnen. Danach sehen wir weiter.“ Die jüngsten Leistungen gegen Spitzenteams Rot-Weiß Oberhausen und den FC Gütersloh lassen auf eine verbesserte Form schließen, auch wenn der Sieg in beiden Spielen knapp verfehlt wurde.
Ein Blick nach Rödinghausen: Auch die Situation des SV Rödinghausen spielt dem WSV in die Hände. Das Team aus dem Extertal verlor in der Nachspielzeit gegen den 1. FC Köln U21 und muss nun im Derby gegen Wiedenbrück punkten, um den Abstand zum rettenden Ufer zu verringern. Sollte Wiedenbrück überraschend gewinnen, würde sich die Lage für den WSV wieder deutlich entspannen.
Die Personalsituation bereitet jedoch Kopfzerbrechen. Neben dem verletzten Subaru Nishimura droht auch Kapitän Dominic Duncan auszufallen, dessen Oberschenkelprobleme weiterhin bestehen. „Dominic wird nur spielen, wenn er zu 100 Prozent belastbar ist“, so Wunderlich.
Die Zukunft des Trainers selbst ist ebenfalls noch ungewiss. Auch wenn Wunderlich grundsätzliche Bereitschaft signalisiert hat, seinen Vertrag ligaunabhängig zu verlängern, sind die wirtschaftlichen Bedingungen für den Verein entscheidend. Die Gespräche laufen, doch eine definitive Entscheidung steht noch aus. Die nächste Woche könnte Klarheit bringen.
Die Frage, ob der Wuppertaler SV in der Regionalliga West bleibt oder den Gang in die Oberliga antreten muss, hängt letztlich von einigen Faktoren ab – Fortuna Düsseldorfs Abstiegskampf, Rödinghausens Derby und der eigenen Leistung in den kommenden Spielen. Ein knappes Ergebnis in Düsseldorf am Samstag wird die Spannung ins Unermessliche steigern.
