Predators stolpern, schweizer feuern: nhl-samstag verdichtet das playoff-roulette

Nashville blamiert sich gegen Montreal, die Blues dank Pius Suter wieder dicht dran – und plötzlich trennen in der Western Conference nur noch zwei Zähler Sechs von Zwölf. Der Samstag war ein 15-Matches-Schlag ins Kontor der Gewissheit: Wer jetzt noch atmet, hat keine Ahnung, wie schnell ein Frühjahrsträume platzen kann.

Dallas nutzt den patzer der konkurrenz

Die Stars haben längst gebucht, spielen aber weiter wie im Playoff-Modus. Beim 6:3 in Pittsburgh schraubt Lian Bichsel sein Eiszeit-Konto auf 14:12 Minuten und trägt das 4:3 selbst ein – sein vierter Streich in 34 Einsätzen. Vier Niederlagen hatten Dallas vorher gebeutelt, doch gegen die Penguins reicht ein Fünftel Dauerdruck, um die Serie zu stoppen. Die Lehre: Selbst Gesicherte können nicht bremsen, weil die Formkurve Jura studiert.

Devils verspielen meiers start

Devils verspielen meiers start

Timo Meier trifft zum 1:0, Nico Hischier legt auf – und dann dreht Carolina auf. 5:2 steht es am Ende für die Hurricanes, alle drei Schweizer im New Jersey-Dress tragen eine –1-Note wie ein Schuldbekenntnis. «Wir spielen 20 Minuten Hockey, dann reichen wir uns selbst ab», sagt Coach Sheldon Keefe und klingt dabei, als hätte er die Predators-Defensive vor Augen.

Suter trifft shorthanded – blues leben

Suter trifft shorthanded – blues leben

Toronto dominiet Schüsse, Besitzzeit, Erwartungen. Doch Pius Suter jagt den Puck beim 3:1 kurz vor Schluss ins leere Tor – Shorthanded, Side-Story, Seelenstreich. St. Louis liegt nur vier Punkte hinter der Wildcard, zwischen ihnen und Nashville türmen sich aber vier Teams wie Stauschilder auf der Interstate. Die Blues benötigen eine Siegesserie, nicht nur einzelne Leuchttürme.

Josi stemmt sich vergeblich

Josi stemmt sich vergeblich

Roman Josispielt 23:30 Minuten, fast ein Viertelspiel allein. Es reicht nicht. Nashville kassiert gegen Montreal die vierte Niederlage in den letzten fünf Partien und rutscht auf Platz neun der West ab. Die Predators besitzen zwei Spiele in der Hand – ein Trost, der sich wie ein Wintermantel anfühlt: warm, aber kaum beweglich.

Kings und jets kriechen näher

Ohne Kevin Fiala verlieren die Kings 2:6 gegen die frisch gebackenen Utah Mammoths, bleiben aber nur einen Punkt hinter Nashville. Die Winnipeg Jets gewinnen 4:2 gegen Colorado – auch ohne Nino Niederreiter – und sind nur drei Zähler entfernt. Das Tableau erinnert an ein Stocherkahn-Rennen: Alle bugsiern, alle schlagen Wasser, keiner traut sich zu feiern.

Schmid sitzt, kurashev schaut

In Vegas darf Akira Schmid nur zusehen, wie das Penaltyschiessen die Knights 4:5 kostet – sie rutschen trotzdem nicht aus den Playoff-Rängen. In San Jose hockt Philipp Kurashev komplett auf der Tribüne, seine Sharks gewinnen 3:2 und halten den Anschlag an die Wildcard. Manchmal nützt die beste Taktik, die eigene Wartezeit.

Die NHL schreibt keine Gnadenfrist mehr. Mit jedem Scheibenflug schrumpft das Feld, mit jedem Buzzer die Hoffnung. In zwölf Tagen ist Deadline – dann wird gehandelt, geheult und gejubelt. Bis dahin zählt nur eine Währung: Punkte. Und die sammeln sich gerade auf den Rücken derer, die gestern noch als Sicher galten.