Parrondo brennt paris ab – bleibt 100 % in melsungen

30:29 gegen Kiel, Jubel über zwei Punkte – und dann die Ansage, die die Gerüchteküche löscht. Roberto Garcia Parrondo stampft mit dem Sieg und einem klaren Satz die Paris-Story in den Boden: „Nächste Saison bin ich Trainer der MT Melsungen, das ist zu 100 % sicher.“

Ein sieg, der mehr wert ist als zwei punkte

Kiel ist der Maßstab, selbst wenn die Zebras diese Saison stolpern. Gegen den Rekordmeister zu gewinnen, bedeutet immer: Wir können mit den Großen. Parrondo sah eine Mannschaft, die „gekämpft und gut gespielt“ hat – und die seine Handschrift trägt. Druck von außen? Spürbar. Aber intern brennt der Spanier für das Projekt, das er seit 2021 vorantreibt.

Die Tabelle lügt nicht: Platz 8 nach 14 Spielen, drei Punkte hinter Platz 4. Die MT lebt, trotz der vorzeitigen Europacup-Pleite. Und genau das ist Parrondos Trumpf: Er hat eine junge Truppe stabilisiert, ohne Superstar-Budget. Der Klub schuldet ihm das Vertrauen bis 2027 – und er schuldet dem Klub einen Weg zurück in die Spur.

Paris lockt, aber es gibt keine flucht

Paris lockt, aber es gibt keine flucht

PSG sucht einen Nachfolger für Raul Gonzalez, das ist kein Geheimnis. Dass Parrondo auf der Liste steht, war absehbar. Was neu ist: Er redet nicht drum herum, er blockt ab. „Ich habe nie über meine Situation mit der Presse gesprochen“, sagt er – und meint: Ich lasse nicht zu, dass meine Jungs durch Medienwind drehen.

Andreas Mohr, Vorstand der MT, liefert die zweite Schiene: „Roberto hat einen Vertrag bis 2027 und unser klares Verständnis ist, dass wir da auch die nächsten eineinhalb Jahre volle Kraft voraus gemeinsam den Weg gehen.“ Kein „wenn“, kein „aber“. Keine Optionsklausel, kein Gentlemen-Deal. Die Fakten sind hart, der Plan klar.

Der neue Sportvorstand Jesper Larsson rückt im Januar an – und überrascht: Er traf Parrondo schon in Kristianstad. Gespräche laufen, aber nicht über einen Abgang. Larsson bekommt den Kopf der MT-Trainer-Fraktur serviert, nicht dessen Abschiedsbrief.

Die saison ist noch jung – und heiß

Die saison ist noch jung – und heiß

Melsungen hat jetzt 15 Punkte, nur zwei weniger als zur gleichen Zeit in der letzten Spielzeit. Der Unterschied: Die Konkurrenz schläft nicht. Flensburg, Magdeburg, Füchse – alle haben sich verstärkt, während die MT auf Kontinuität setzt. Parrondo muss seine Rotation ölen, vor allem im Rückraum, wo Kristian Bjørnsen und Felix Danner Dauerbrenner sind.

Die Partie gegen Kiel war ein Lehrstück: 60 Minuten auf Augenhöhe, 19 Tore aus dem Rückraum, nur drei Gegenstöße kassiert. Wenn die MT das Niveau hält, steht der Europacup nicht zum Verkauf, sondern das Ticket ist drin. Und dann redet keiner mehr über Paris, sondern über Pokalabende in Melsungen.

Fazit: Parrondo hat die Tür zugeworfen, nicht nur angelehnt. Paris kann warten – bis 2027 oder bis die MT ihn feuert. Aktuell ist beides unrealistisch. Wer einen Trainer sucht, der in der Kabine brennt und vor Mikrofonen brennt, findet ihn in Hessen. Keine Transfer-Rhetorik, nur ein Satz, der wie ein Siegtreffer klingt: „Ich bin stolz, hier zu sein.“