Palou regiert barber: 13 sekunden vorsprung, titelkampf wieder offen

Álex Palou dreht an der Zündschlüssel-Logik der IndyCar: Wer die Pace hat, braucht keine perfekte Strategie. Beim Alabama-GP jagte der Spanier 90 Runden lang die Konkurrenz – Start-Ziel-Sieg, dritter Barber-Triumph, 13,2 Sekunden Vorsprung.

Die 54 Punkte sind eingetütet, Kyle Kirkwoods Vorsprung schrumpfte von 26 auf zwei Zähler. Und plötzlich ist Long Beach kein Selbstläufer mehr.

Boxengassen-fehler rettet palou

Christian Lundgaard hatte das Spiel perfekt gelesen: Neue Härte für den letzten Stint, frische Luft vor dem Visier. McLaren kalkulierte richtig, vermasselte aber den Stop – falsch angezogene Radmuttern, vier Sekunden verloren, der Zug war abgefahren. Der Däne fuhr trotzdem zweithin, bewies aber wieder: Pace allein reicht nicht, wenn die Pistole in der Box verklemmt.

Palou selbst bügelte eine suboptimale Reifen-Allokation mit reiner Geschwindigkeit aus. Nur ein Satz neue Härte stand bereit, die weichen Sätze hielten nicht, was viele erwarteten. „Wir haben’s einfach ausgerissen“, sagte er mit diesem frechen Grinsen, das in Barber schon Tradition ist.

Kirkwood rettet sich in schummel-fünften

Kirkwood rettet sich in schummel-fünften

Kyle Kirkwood war nie im Bild, fuhr aber das beste Barber-Ergebnis seiner Karriere ein. Fünfter – das rettet Möbel und Tabellenführung. Die Andretti-Crew weiß: Auf dem Stadt-Kurs von Long Beach liegt seine Paradedisziplin, doch die rote Laterne der Form zeigt nach oben – und Palou hat die Bremsspuren schon eingezeichnet.

Die großen Verlierer heißen McLaughlin und O’Ward. Penske und McLaren schickten ihre Titelkandidaten als 16. und 17. ins Ziel, weg vom Podium, weg vom Punkte-Trost. Die Aussicht auf drei Wochen Pause dürfte ihnen wie drei Monate vorkommen.

Die IndyCar schickt sich an, endlich wieder Spannung zu liefern. Palou hat die Zeiger umgelegt – und Kirkwood spürt bereits den Windschatten des Verfolgers.