Nusa zieht leipzig ins turbo-jahr – vfb ist nächste prüfung

Antonio Nusa schweigt laut, aber er läuft lauter. Seit dem 2:1 gegen Augsburg ist der Flügel ein offenes Rennen, und der Norweger hat sich in der Startformation eingeklinkt. 20 Jahre, 22 Millionen Ablöse, einmal Elle gebrochen, einmal Knöchel verdreht – und trotzdem sprintet er mit 34 km/h in die Entscheidungsspiele. Jetzt wartet Stuttgart.

Warum sonntag die schallgrenze fallen kann

Die Tabelle lügt nicht: Vierter gegen Fünfter, ein Tor Unterschied. RB Leipzig hat den besseren Anschluss an die Königsklasse, der VfB den besseren Torwert. Nusa erinnert sich an den 15. Januar: „Wir verloren 1:2, ich kam in der 66. Minute – nicht mein schönster Abend.“ Seitdem hat er 26 Pflichtspiele absolviert, drei Treffer, vier Assists. Die Zahlen wirken bescheiden, doch die Augen liegen auf seiner Dynamik. 62 Dribblings in diesem Jahr, 38 erfolgreich – das ist Liga-Spitze.

Trainer Domenico Tedesco hat ihn links außen zur Konstante gemacht, weil Nusa die halbe Mannschaft entlastet. Wenn er sprintet, zieht er zwei Gegenspieler auf sich, David Raum kann überlappen, Xavi Simons findet Räume zwischen den Linien. Das System lebt vom Tempo, und Tempo heißt Nusa. Nach dem Training bleibt er mit Benjamin Henrichs und Loïs Openda auf dem Platz, schießt 25-mal auf die kleinen Tore. „Ich will effizienter werden“, sagt er leise, „Tore entscheiden Spiele, nicht Dribblings.“

Schlager und ouedraogo – die uhr tickt

Schlager und ouedraogo – die uhr tickt

Parallel arbeitet die medizinische Abteilung an zwei Zeitplänen. Xaver Schlager absolvierte erstmals wieder Passspiel mit der Mannschaft, Adduktoren strapaziert, aber der Plan lautet: Bankplatz in Stuttgart, Startelf gegen Heidenheim. Assan Ouedraogo stapelt noch vorsichtiger. Die Sehnenreizung in der Kniekehle erlaubt nur 30-minütige Einheiten, ein Einsatz vor der Länderspielpause gilt als unrealistisch. Doch die Rückkehr der beiden würdeNusa entlasten: weniger defensive Schultern, mehr Freiheitsgrade nach vorn.

Die Leipziger haben in 2025 erst einmal auswärts gewonnen – beim 3:2 in Wolfsburg. Stuttgart dagegen blieb in der Mercedes-Benz-Arena seit November unbesiegt. Die Statistik ist Nusa egal: „Jedes Spiel ist ein Finale, egal ob Stuttgart oder Bremen.“ Er spricht, als hätte er bereits 200 Einsätze vorzuweisen, nicht 26. Die Ruhe täuscht. Im Training schreit er Anweisungen, schubst Kollegen in die Tiefe, fordert Ball. Die Führungsspieler nennen ihn „kleiner Motor“, weil er selbst nach 25 Minuten Sprintreihen noch Druck macht.

Am Sonntag um 19.30 Uhr wird die Arena kochen. Leipzig muss gewinnen, um die Champions-League-Plätze nicht aus der Hand zu geben. Nusakönnte die Entscheidung tragen – mit dem vierten Saisontor oder einem Sprint, der die Abwehrkette zerreißt. Er selbst sieht das nüchtern: „Wenn wir drei Punkte holen, war es ein guter Tag.“ Keine Kampfansage, nur eine Feststellung. Und wenn er dann in die Kabine geht, bleibt das Torgerüst noch eine Viertelstunde länger stehen. Nusa schießt weiter, bis die Lichter dimmen. Die Zahlen werden sich schon richten, sagt sein Blick. Die Zeit läuft, der Flügel wartet – und Stuttgart auch.