Tisch will raus: giants-eigner verklagt nfl auf exodus nach epstein-blamage
Die New York Giants drohen ihr Gesicht zu verlieren. Steve Tisch, 74, Oscar-preisgekrönter Produzent und seit 2005 Executive Vice President des Klubs, hat bei der NFL offiziell beantragt, seine 21,3 Prozent der Franchise in Familien-Trusts zu parken – ein Schritt, der ihn persönlich aus der Owner-Zirkulation wirft. Grund: Sein Name taucht mehr als 400 Mal in den jüngst veröffentlichten Epstein-Akten auf. Keine Anklage, keine strafrechtliche Ermittlung, aber genug, um die Lage zu entzünden.
Die strategie: schulterschluss mit den eigenen kindern
Tisch’ Kalkül ist kühl. Gemeinsam mit seinen Geschwistern Jonathan und Laurie will er die gesamten 45 Prozent der Tisch-Familie auf Trusts für die nächste Generation umschreiben. Genehmigt die Finanzkommission der Liga, sitzen künftig seine Söhne und Töchter am Tisch, nicht mehr er selbst. Ein juristisches Houdini-Manöver: Der Mann bleibt formal verbunden, aber die Haftung wechselt den Kontinent. Die NFL hat das Verfahren aufgenommen, intern heißt es „mit höchster Priorität“, weil Sponsoren bereits nervös fragen.
Die E-Mail-Fetzen, die Tisch als „kurze Verbindung“ abtut, reichen von 2005 bis 2017. Er schrieb über „erwachsene Frauen“, Film-Funding und karitative Projekte. Die Insel besuchte er nie, sagt er. Dennoch: In der Liga gilt die Insel als rote Linie. Wer auch nur in der Nähe der Runway landete, wurde bislang geächtet. Tisch’ PR-Team verbreitete am Montag einen Satz, der intern für Gelächter sorgte: „Ich bereue die Bekanntschaft zutiefst.“ Wenige Stunden später kursierte auf Twitter ein Screenshot, der zeigt, wie Tisch 2014 Epstein für ein „private screening“ einlud.

Was die giants jetzt riskieren
Die Giants haben derzeit 28 Partner-Einheiten. Der Marktwert der Franchise liegt laut Forbes bei 6,8 Milliarden Dollar. Fiele Tisch’ Block aus, würde das Empire ins Wanken geraten: Die Stimmgewichte verschieben sich, die Mara-Familie – seit 1925 am Ruder – müsste neu verhandeln. Und die Liga? Sie fürchtet Imageschaden in einem Jahr, in dem die Super-Bowl-Werbung bereits für 7 Millionen Dollar pro 30 Sekunden verkauft ist. Roger Goodells Büro lehnte eine Stellungnahme ab, ließ aber durchklingen: „Jeder Owner trägt die Marke NFL auf der Stirn.“
Die Fans reagieren gespalten. Auf Reddit schreibt ein User: „Lieber ein Owner ohne Skandal als ein Skandal ohne Owner.“ Ein anderer postet ein Foto von Tisch mit Tom Brady – Hashtag #NotMyOwner. Die Ticket-Nachfrage für das erste Heimspiel 2024 gegen Arizona ist innerhalb von 24 Stunden um acht Prozent gesunken. Die Giants selbst schweigen offiziell, doch intern heißt es, man erwarte „eine Entscheidung vor dem Draft 2025“. Das ist in 181 Tagen.
Fakt ist: Die Tisch-Trusts würden die Giants nicht retten, sondern nur das Feuer etwas kleiner drehen. Denn die NFL kann auch nach einer Trust-Umstrukturierung einen „Character-Review“ einleiten – und den Besitz wieder einkassieren. Die Liga hat es bei den Carolina Panthers 2018 vorgemacht. Die Message ist klar: Moral bleibt Vertragsbestandteil. Wer mit Epstein tanzte, zahlt den Preis – früher oder später.
